Beiträge vom Juli, 2009

Es ist nicht immer Delmenhorst

Von Lukas Heinser am Freitag, 10. Juli 2009 20:40
Kategorie: My Shared Folder, Rock'n'Roll High School

Und Sie hatten schon gedacht, ich hätte es vergessen:

Heute ist die neue Single der Kilians erschienen. Es handelt sich dabei um den Song “Hometown”, den ich hier schon einmal gepriesen hatte, und der laut Simon den Hartog trotz allem nicht von Dinslaken handelt.

Trotzdem hätte ich es natürlich irgendwie funky gefunden, das Video in Dinslaken zu drehen, aber es ist auch so ganz hübsch geworden:

[Direktlink]

Vielleicht erklärt Chris Martin dem Simon ja bei den Coldplay-Konzerten ja noch, wie man das mit dem Rückwärtssingen noch besser hinkriegt …

Eine B-Seite gibt’s übrigens auch bei der Single: Einen “Hometown”-Remix der Salazar Brothers (die wo die neue Mando Diao gemacht haben), den man sich auch ohne Kaufen bei last.fm anhören kann.

Die Single gibt’s in allen bekannten Downloadstores. Die Kilians, viele andere Bands und die Überschrift-inspirierenden Element Of Crime gibt es noch morgen und übermorgen beim Fest van Cleef.

Zirkelschluss-Episode zum Abschluss: Vorgestern saß ich mit Simon den Hartog in einem Kölner Bus, als eine Frau im Michael-Wendler-T-Shirt einstieg. Ich bin ja immer noch der Meinung, man müsste Michael Wendler feat. Kilians zum Grand Prix nach Tromsø schicken.

The End Is The Beginning Is The End

Von Lukas Heinser am Freitag, 10. Juli 2009 14:18
Kategorie: Somebody Told Me

Als ich noch über eine akademische Karriere nachdachte, hielt ich es als begeisterter Varietätenlinguist für eine gute Idee, meine Doktorarbeit über Brotenden zu schreiben (die Alternatividee hieß “Ficken, Bumsen, Blasen — Eine Etymologie der Sex-Sprache”). Denn, so hatte ich gelernt: Diese Dinger heißen überall anders.

Eine ansehnliche Liste mit Bezeichnungen (sowie mit Namen für das Kerngehäuse eines Apfels) hatte ich schon begonnen — und es steht Ihnen natürlich frei, diese in den Kommentaren zu ergänzen. Ich erfuhr, dass es sogar Dörfer gibt, in denen der Anfang und das Ende eines Brotes unterschiedliche Bezeichnungen haben. Da ist man dann schnell im Grenzgebiet von Linguistik und Philosophie.

Schwierig würde es da natürlich bei so einem Kandidaten der kubistischen Phase:

Quadratisch, praktisch, Brot

Freudlos glücklich

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 9. Juli 2009 13:35
Kategorie: Somebody Told Me

Für den Fall, dass Sie immer schon mal einen Einblick in mein Unterbewusstsein haben wollten:

Kurz bevor ich heute erwachte, stand ich auf der Besucheretage des Berliner Reichstags, wollte aber dringend nach unten zum Eingang. Also drängelte ich mich in einen der großen gläsernen Fahrstühle, in dem plötzlich Frank-Walter Steinmeier neben mir erschien und in Jeans und Pullover einer offenbar befreundeten Reisegruppe etwas erklärte.

Der Fahrstuhl fuhr hinab und hielt an und Steinmeier musste seine Ausführungen unterbrechen, weil gerade das neueste Kunstwerk im Reichstagsgebäude eingeweiht wurde: ein riesiges hölzernes Treppenhaus. Im Fahrstuhl! Es sprach eine Stimme, die sich darüber freute, mit einem Hauskauf die ganze Republik gefoppt zu haben, und die erstaunlich an den österreichischen Gesundheitsonkel Hademar Bankhofer erinnerte. Angesprochen wurde sie vom Moderator des Events aber mit “Herr Fritzl, der größte Künstler unserer Zeit.”

Bitte entschuldigen Sie, falls ich heute noch ein bisschen verwirrter sein sollte als sonst schon.

Schräglich schrill

Von Lukas Heinser am Dienstag, 7. Juli 2009 16:56
Kategorie: Digital Ist Besser

In unserer beliebten Serie “Kreative Bildunterschriften in Klickstrecken über bunte Straßenumzüge” (Auftakt hier) ist heute der Kölner “Express” zu Gast:

Der kunterbunte CSD-Lindwurm hat sich in Gang gesetzt. Schrille und schräge Teilnehmer gehören natürlich dazu.

Nun werden Sie möglicherweise einwenden, das sei doch eine recht angemessene Beschreibung für die Geschehnisse bei so einem Christopher Street Day.

Aber urteilen Sie nicht, bevor Sie nicht das Bild gesehen haben, das derart betextet wurde:

Screenshot: express.de

Mit Dank an Ingo.

Bochum Total 2009

Von Lukas Heinser am Montag, 6. Juli 2009 14:22
Kategorie: Auf Achse, Rock'n'Roll High School

In den letzten Tagen war Bochum mal wieder der Mittelpunkt irgendeiner Welt — mutmaßlich der Musikwelt Nordrhein-Westfalens. Jedenfalls war Bochum Total und aus mir selbst nicht ganz nachvollziehbaren Gründen wollte ich möglichst viel davon mitkriegen.

Ort der Gegensätze: Bochum Total

Vier Tage, 60 Bands, hunderttausende Liter Bier und noch ein bisschen mehr Regenwasser — eine persönliche Dokumentation:

Donnerstag, 2. Juli

Man kann nicht behaupten, ich sei schlecht vorbereitet gewesen: Centimeterdick hatte ich Sonnencreme aufgetragen, um eine zerfetzte Nase wie nach meinem Nordsee-Urlaub zu vermeiden. Ich hatte eine Sonnenbrille auf, die nicht nur ungefährdetes fassungsloses Anstarren bizarr gekleideter Menschen ermöglichte, sondern auch derbste Gewittertierchen-Schwärme davon abhielt, mir in die Augen zu fliegen. Warum das alles nur halbgut vorbereitet war, lesen Sie gleich …

[...]

Schöner Heulen

Von Lukas Heinser am Samstag, 4. Juli 2009 13:33
Kategorie: My Shared Folder, Rock'n'Roll High School

Man hört ja leider viel zu selten Dan Bern.

Besonders Dieter Gorny und Hubert Burda (und all den anderen hungernden Medienfutzis) möchte ich aber seinen “Albuquerque Lullaby” aus dem Jahr 2001 ans Herz legen.

Schon vor acht Jahren sang Bern da:

I have a friend
Sits in his office
Where he’s had his big success
Now he cries all day
He says the Internet
Is stealing his royalties
Talks of his glory days
I say no one cares about your glory days

In diesem Livevideo verhaut er zwar die entscheidende Zeile, aber schön ist der Song trotzdem:

[Direktlink]

Topschlagen

Von Lukas Heinser am Freitag, 3. Juli 2009 21:03
Kategorie: Digital Ist Besser

Mal angenommen, Sie müssten ein Foto betexten, in dem unter anderem dieses Detail vorkommt:

Acht Brüste, davon zwei im Bikini.

Würden Sie es nicht exakt so machen wie der Kollege von “einestages”?

Topp-Stimmung: Eine mit einem Bikini-Top bekleidete Love-Parade-Teilnehmerin (2. v. li.) blickt von einem Partywagen herab.

Mit Dank an Nico K.

Dialektik der Nicht-Aufklärung

Von Lukas Heinser am Freitag, 3. Juli 2009 15:50
Kategorie: Political Science, Social Distortion

Waschen Sie sich den rechten Arm, pieksen Sie kleine Reichskriegsfähnchen in den Käse und hängen Sie die Hakenkreuzgirlande auf: Wir haben einen neuen Nazi-Vergleich!

Die katholischen Traditionalisten der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat sich im Vorfeld des Stuttgarter Christopher Street Days zu einer bemerkenswerten Aussage hinreißen lassen, wie “Spiegel Online” berichtet:

“Wie stolz sind wir, wenn wir in einem Geschichtsbuch lesen, dass es im Dritten Reich mutige Katholiken gab, die sagten: ‘Wir machen diesen Wahnsinn nicht mit!’. Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben!” heißt es in dem Text. Die Bruderschaft stellt den CSD als “eine Menge von sich wild und obszön gebärdenden Menschen” dar, die durch die Straßen Stuttgarts ziehen und suggerieren wollten, “Homosexualität ist das Normalste der Welt”.

Dieser Vergleich ist in zweierlei Hinsicht beeindruckend: Erstens war der Widerstand der Katholiken im Dritten Reich, vorsichtig gesagt, nicht sonderlich erfolgreich. Es dürfte also feststehen, dass nur noch eine Allianz aus den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion Deutschland von der Homosexualität befreien könnte. Und zweitens war der Nationalsozialismus laut Piusbruderschaft ja gar nicht so schlimm.

Hier berufen sich also Leute stolz auf den erfolglosen Widerstand gegen ein – ihrer Meinung nach – nur mittelmäßiges Verbrechen. Normale menschliche Gehirne wären wegen Überhitzung längst auf Not-Aus gegangen.

Auch “Bild” berichtet über die “Kampfansage” der Piusbrüder — natürlich nicht, ohne vorher noch ein bisschen Papst-Klitterung zu betreiben:

Nachdem Anfang des Jahres Pius-Bischof Williamsons den Holocaust leugnete und daraus ein Streit zwischen Pius-Bruderschaft und Vatikan entbrannte, folgt nun der nächste Hammer.

(Für die Jüngeren: Führende Piusbrüder hatten den Holocaust schon öfter geleugnet. Die öffentliche Diskussion entzündete sich daran, dass Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von vier Bischöfen der Bruderschaft aufgehoben hatte.)

Jetzt schießt kreuz.net, das inoffizielle Zentralorgan der Piusbruderschaft, zurück und beginnt seine Hasstirade völlig unverblümt:

Spätestens jetzt wird die Einrichtung von Gaskammern unvermeidlich – dieses Mal nicht für die von den Deutschen getöteten religiösen Juden, welche die Homo-Perversion genauso verabscheuten wie es heute die Altgläubigen tun.

Immer wieder überraschend, wie viele Haken so ein Kreuz schlagen kann.

Da lacht der Anglist

Von Lukas Heinser am Mittwoch, 1. Juli 2009 12:20
Kategorie: Digital Ist Besser

Unbekannte haben sich in der vergangenen Woche einen Spaß draus gemacht, Todesmeldungen zu streuen. Opfer davon waren unter anderem Popsternchen Britney Spears (27), Schauspieler Jeff Goldblum (56), Schauspielerin Natalie Portman (28) – und jetzt auch Schauspieler und Womanziner George Clooney (48).

Sowas ist natürlich nicht lustig.

Zumindest nicht, bis man weiß, auf welcher Seite diese Meldung steht:

www.die-topnews.de

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