Klickbefehl (21)

Von Lukas Heinser am Montag, 8. Juni 2009 20:22
Kategorie: Digital Ist Besser

“Das Internet” als Ganzes zu loben oder zu kritisieren ist ebenso sinnvoll wie Papier zu loben oder zu kritisieren, weil darauf ja einerseits das Grundgesetz und “Faust” erschienen sind, andererseits aber auch “Mein Kampf” und Gewaltpornografie.

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Meckernde Leserbriefschreiber waren Journalisten noch nie sympathisch. Nun gibt es, gesunkenen Transaktionskosten sei Dank, wesentlich mehr davon. Wo viel Feedback ist, da ist auch viel Kritik, zum Teil aggressive, pöbelnde, gemeine. Oder anders gesagt: So mancher Autor muss nun endlich erfahren, was manche seiner Leser wirklich von ihm halten. Und das kann weh tun.

Einen der klügsten Texte über das Internet, den ich in den vergangenen Wochen (oder seit seinem letzten großen Artikel zum Thema) gelesen habe, hat Christian Stöcker heute im Internet auf “Spiegel Online” veröffentlicht: “Das Internet” gibt es nicht

6 Kommentare

  1. 1

    Ein weiterer Beitrag zur Erhaltung meiner geistigen Gesundheit. Vielen Dank, immer wieder gerne genommen.

    Wer sagt uns übrigens, dass sich ab dem 15. Jahrhundert nicht die Obrigkeit in ähnlicher Weise über den Buchdruck beklagt hat, der es dem gemeinen Pöbel ermögliche, seine tumben oder gefährlichen Gedanken in die Welt hinaus zu tragen?

  2. 2

    Ganz sicher. Spätestens, nachdem die reformatorischen Flugblätter gedruckt und verteilt waren.

  3. 3

    Wenn Gott gewollt hätte, dass wir Bücher drucken, dann hätte er uns doch… äh… Lettern und keine Finger gegeben. Was eine ziemlich verstörende Vorstellung ist, wenn ich mal ein bisschen drüber nachdenke…
    Ganz davon ab, wie schädlich es doch für die Jugend ist, den ganzen Tag lang passiv über Büchern zu hocken und wegen dieses Papierschunds die Wirklichkeit ganz zu vergessen. Es gibt ja angeblich immer mehr Büchersüchtige.

  4. 4

    Und auch die Gewalt wegen sogenannten “Killerbüchern” nimmt immer mehr zu

    http://www.ka-news.de/nachrich.....t88,213692

  5. 5

    “Gewaltpornographie” in einem Atemzug mit “Mein Kampf” zu nennen, halte ich für billig. Der ganze BDSM-Krempel sollte differenzierter betrachtet werden.

  6. 6

    Puh. Keine Ahnung, worauf er sich damit bezieht. An BDSM hätte ich jetzt weniger gedacht.

    Aber das Grundgesetz und “Faust” haben jetzt auch nicht so viele Gemeinsamkeiten …

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