Beiträge vom Januar, 2009

Listenpanik: Alben 2008

Von Lukas Heinser am Sonntag, 11. Januar 2009 1:18
Kategorie: Rock'n'Roll High School

Die Albenlisten sind immer die schlimmsten. Während einem iTunes und last.fm bei der Frage nach den Songs des Jahres schon einen großen Teil der Arbeit abnehmen, muss man bei den Alben abwägen: Wie oft habe ich das Album gehört? Wie lange habe ich das Album gehört und wann zuletzt? Müsste ich dieses Album vielleicht höher ansetzen als jenes, weil es bei einer gewissen Objektivität einfach besser oder anspruchsvoller ist (ich es aber gar nicht so gerne höre)?

Wenn man dann noch den Fehler macht, mal in die alten Jahresbestenlisten reinzuschauen und feststellt, dass man das Album des Jahres 2007 (Bloc Party) im Jahr 2008 gar nicht mehr gehört hat und auch sonst alles an diesen Listen falsch wirkt, dann will man es eigentlich gleich ganz bleiben lassen.

Oder man zwingt sich und fängt an:

25. Ben Folds – Way To Normal
Es hätte schlimmer kommen können: Bloc Party (Album des Jahres 2005 und 2007) haben es gar nicht in die Bestenliste geschafft. Ben Folds hat also irgendwie noch Glück gehabt — und wirklich schlecht ist “Way To Normal” ja auch nicht geraten, nur irgendwie erschütternd … egal. Während die Ben-Folds-Five-Alben bei mir immer noch rauf und runter laufen, wird die Halbwertzeit von Folds’ Soloalben immer geringer. Dass andere Künstler mit der Bürde “Lieblingsband” sehr viel besser klar kommen, werden wir noch sehr viel weiter vorne sehen. Für Folds springt immerhin noch ein Platz auf der Liste raus.
Anspieltipp: Effington

24. Ingrid Michaelson – Girls And Boys
Ein einziger Song bei “Grey’s Anatomy” hat schon Snow Patrol den Weg zur Weltkarriere geebnet, warum soll es Ingrid Michaelson da anders gehen? (Warum geht es Hotel Lights da eigentlich anders?) Diese entspannte Indiepop-Platte ist zwar eigentlich schon von 2007, kam aber in Deutschland genau zum richtigen Zeitpunkt (grau, kalt, ungemütlich) raus und bekam mit der Single “The Way I Am” auch noch ordentlich Airplay. Keine große Kunst, aber für mittelgroße erstaunlich gut. Und natürlich sowieso tausend Mal besser als Amy MacDonald.
Anspieltipp: Masochist

23. kettcar – Sylt
Das gleiche Dilemma wie bei Ben Folds: das Album war nicht schlecht, aber frühere Alben waren besser, ich habe es zu selten gehört und es kam irgendwie nicht im passenden Moment raus. Davon ab trauen sich kettcar musikalisch plötzlich mehr, werden textlich einerseits unkonkreter, haben aber andererseits wieder eine klare Haltung.
Anspieltipp: Kein Aussen Mehr

22. R.E.M. – Accelerate
Ich wiederhole mich da gerne, aber irgendwie werden R.E.M. halt nie irgendwas falsch machen (außer vielleicht, sie spielen noch einmal “Shiny Happy People”). Ihr Back-to-the-roots-Album rumpelte dann auch schön durch den Frühling, ehe es erste Abnutzungserscheinungen zeigte. Jetzt, mit etwas Abstand, ist es aber immer noch gut genug für diese Liste.
Anspieltipp: Living Well Is The Best Revenge

21. Oasis – Dig Out Your Soul
Wirklich schlecht war außer “Standing On The Shoulder Of Giants” noch kein Oasis-Album — dass sie allerdings mal wieder ein wirklich gutes Album machen würden, hätte ich auch nicht gedacht. Dann war “Dig Out Your Soul” da, tatsächlich gut, und mir war es irgendwie egal. Die Band und ich, wir sind beide älter geworden, und mit ihrem neuen Album verhält es sich wie mit dem zufälligen Treffen mit einem alten Schulfreund: das Wiedersehen ist herzlich, man denkt an alte Zeiten, trinkt zwei Bier und geht wieder getrennter Wege. Ein bisschen “Sgt. Pepper”, ein bisschen “Revolver”, ein bisschen weißes Album — und letztlich doch total Oasis.
Anspieltipp: Falling Down

20. Fettes Brot – Strom Und Drang
Mein erstes deutschsprachiges Hip-Hop-Album, ich sag’s gern immer wieder. Und es ist laut, heiß, witzig, euphorisch, traurig, klug, kurzum: gut. In den Neunzigern hätte man mit der Hälfte der Songs eine Riesenkarriere begründen können, heutzutage wird sowas von Sido, Bushido und Schlimmerem in den Schatten gestellt. Aber das kann mir ja egal sein. Und den Broten hoffentlich auch.
Anspieltipp: Das Traurigste Mädchen Der Stadt

19. She & Him – Volume One
In dem Moment, wo Zooey Deschanel zu singen beginnt, sind alle Vorurteile über singende Schauspielerinnen vergessen — und in dem Moment, wo man ihr in die Augen blickt, auch alles andere. Gemeinsam mit M. Ward hat sie ein sommerlich-leichtes Album mit Folk- und Sixties-Anleihen aufgenommen, dessen Beschwingtheit manchmal haarscharf an dem Punkt vorbeischrammt, wo es nervig werden könnte. Aber dann kommt ein so todtrauriges Lied wie “Change Is Hard” und man möchte Zooey Deschanel unbedingt trösten.
Anspieltipp: Change Is Hard

18. Gregor Meyle – So Soll Es Sein
Irgendwo zwischen Herbert Grönemeyer und Tomte, Tom Liwa und Clueso war noch Platz und genau dort passte Gregor Meyle wunderbar rein mit seinen klugen und pathetischen Texten und seiner entspannten Musik. Damit bewegt man vielleicht keine Massen, aber diejenigen, die zuhören.
Anspieltipp: Niemand

17. Jakob Dylan – Seeing Things
Bei den Wallflowers wirkte er mitunter verunsichert durch den Status des One Hit Wonders, das ständige Interesse an seiner Person, die eigenen Ansprüche und die der Plattenfirmen. Und dann setzte sich Jakob Dylan hin und nahm ein Soloalbum auf, bei dem er absolut sicher und fokussiert wirkt, und das trotzdem fein und zerbrechlich klingt (“Produced by Rick Rubin” halt). Dass er einer der besten Texter seiner Generation ist, hat sich leider immer noch nicht rumgesprochen, aber auf diesem Album kann man sich davon überzeugen.
Anspieltipp: Something Good This Way Comes

16. Slut – StillNo1
Manchmal kann man echt Pech haben mit seinem Veröffentlichungsdatum: “StillNo1″ kam im Februar raus, lief ein paar Wochen bei mir rauf und runter und verschwand dann im Regal (aus der Reihe: “sprachliche Bilder, die Dank MP3 vom Aussterben bedroht sind”). Für diese Liste habe ich es noch mal hervorgekramt und erneut festgestellt, dass es sich um ein sehr gutes, anspruchsvolles Album handelt. Einiges erinnert an das, was Coldplay Dank ihrer Popularität ein paar Monate später mit “Viva La Vida” einem internationalen Millionenpublikum unterjubeln konnten, aber Slut hatten dieses Glück natürlich nicht.
Anspieltipp: If I Had A Heart

15. Coldplay – Viva La Vida
Gerade noch von ihnen gesprochen, sind Coldplay auch schon da! So klangen seit den Achtzigern keine Nummer-Eins-Alben mehr: Songs, die ineinander übergehen; Motive, die nicht nur auf der CD, sonder auch auf der Nachfolge-EP immer wieder aufgenommen werden; pompöseste Pop-Arien mit viel Rhythmus und noch mehr Melodie, und Single-Hits, auf die kein Schwein tanzen kann. Coldplay verkaufen (relative, wir wollen ja auch nicht übertreiben) Hochkultur als Pop und sind damit das Gegenteil von Paul Potts — aber ähnlich erfolgreich.
Anspieltipp: 42

14. The Killers – Day & Age
Ich würde nie von mir behaupten, Brandon Flowers verstanden zu haben. Aber ich habe dann doch genug Durchblick um zu bemerken, dass er und seine Band zumeist kolossal missverstanden werden. Vielleicht meinen sie das mit den Steeldrums, den Saxofonen und dem Discofox ernst — na und, wenn es hinterher doch so viel Spaß macht, es zu hören? “Day & Age” erschien zeitgleich mit “Chinese Democracy” und alles, was bei Guns N’ Roses knapp jenseits der Grenze des Zumutbaren ausgekommen ist, funktioniert bei den Killers noch. Bei den ersten zwei Durchläufen habe ich dieses Album gehasst, danach geliebt.
Anspieltipp: This Is Your Life

13. Jason Mraz – We Dance. We Sing. We Steal Things.
Wenn Sie mich vor acht Jahren gefragt hätten, wie Popmusik im Jahr 2008 klingt, hätte ich eher auf das getippt, was Robbie Williams vor ein paar Jahren auf “Intensive Care” versucht hat. Ich hätte eher nicht damit gerechnet, dass man mit Akustikgitarren und Tiefenentspannung in die Charts kommt, aber dann kam Jason Mraz und zeigte mir einmal mehr, dass ich von der Zukunft keine Ahnung habe. Man will das ja nicht immer wieder schreiben, aber: so wie dieses Album (von dem es aktuell eine Special Edition mit in Deutschland bisher unveröffentlichten Songs und einer Live-DVD gibt), so klingt der Sommer.
Anspieltipp: Details In The Fabric

12. Travis – Ode To J. Smith
Irgendwie ist das ja gemein: Während ich an Ben Folds immer fast überirdische Ansprüche stelle, dürfen Travis machen, was sie wollen, und ich finde es eigentlich immer gut. Aber “Ode To J. Smith” ist einfach ein gutes Album. Hatten Travis auf “The Boy With No Name” schon alle Phasen ihrer bisherigen Karriere vereint, tun sie es auf “Ode To J. Smith” erneut, aber mit einem Schwerpunkt auf der lauteren Seite. Ja, Travis können rocken (sie tun es außer auf “The Invisible Band” eigentlich auf jedem Album), und das bezweifelt hoffentlich auch niemand mehr. Dass Fran Healy im Aussehen immer mehr an Michael Stipe von R.E.M. erinnert, kann kein Zufall sein, denn die dürfen ja auch machen, was sie wollen.
Anspieltipp: Song To Self

11. Death Cab For Cutie – Narrow Stairs
Bestimmt gibt es Schlimmeres, als “die Band aus ‘O.C., California’” zu sein — und dieser kleine Hype von vor drei, vier Jahren kann auch nicht dafür verantwortlich sein, dass Death Cab (wie wir alle seit Seth Cohen sagen) immer noch so populär sind. Es ist natürlich auch die Musik. Und da zeigt sich einmal mehr der Trend des letzten Jahres: etablierte Bands, deren letzte Alben vielleicht ein bisschen zu gefällig ausgefallen waren, drehen ein bisschen an der Anspruchsschraube und es funktioniert immer noch. Okay, die Achteinhalb-Minuten-Single “I Will Possess Your Heart” wurde fürs Radio gekürzt und beschleunigt, aber in dem Fall zählt schon die Idee. Dass gute Texte viel zu selten gewürdigt werden, ist generell schade, im Falle von Ben Gibbard ist es allerdings fast ein Skandal.
Anspieltipp: Cath…

10. Lightspeed Champion – Falling Off The Lavender Bridge
Nachdem sich die Test Icicles, eine der außergewöhnlicheren Bands unserer Zeit, zerlegt hatten, fuhr Devonte Hynes nach Omaha, NE, um dort mit der Saddle-Creek-Posse eine Art Country-Album aufzunehmen, dessen Songs man sogar im Formatradio spielen könnte. Lässt man diese musikhistorischen Anekdoten außen vor, ist “Falling Off The Lavender Bridge” einfach eine gute, runde Platte.
Anspieltipp: Tell Me What It’s Worth

9. Hotel Lights – Firecracker People
Eines von zwei Alben in dieser Liste (und in den Top 10), das in Deutschland gar nicht “regulär” erschienen ist. Aber wen interessiert sowas? “Firecracker People” ist ein herbstliches Album mit vielen Folk-Anleihen, das eine gewisse schwere Melancholie ausströmt und doch immer wieder federleicht klingt (und auch mal rockt). Darren Jessee und seine Mitmusiker hätten mehr Aufmerksamkeit verdient — hier, in ihrer amerikanischen Heimat und in jedem Land der Erde. Und sagen Sie nicht, die Import-CD sei Ihnen zu teuer: das Album gibt es für 9,99 Euro im iTunes Music Store.
Anspieltipp: Blue Always Finds Me

8. Bon Iver – For Emma, Forever Ago
Das gab’s auch noch nie: Nachdem Bob Boilen von “All Songs Considered” über Wochen und Monate von Bon Iver (das spricht sich ungefähr “Boney Wer?”) geschwärmt hatte und die Kollegin Annika dann auch noch damit anfing, habe ich mich nach Silvester erstmalig mit dem Mann, der eigentlich Justin Vernon heißt, beschäftigt. Nun ist es natürlich etwas riskant, ein Album, das man erst wenige Tage kennt, direkt so weit vorne in die Liste zu stecken, aber andererseits gab es in ganz 2008 kaum ein Album, das ich so oft hintereinander hätte hören können. Die Songs, die Vernon in einer abgelegenen Holzhütte geschrieben hat, sind mit “entrückt” möglicherweise am Besten zu beschreiben. Man muss sich auf die Stimme und die spärliche, teils sphärische Musik einlassen, und wenn einem Beides nicht gefällt, kann ich das sogar ein wenig verstehen. Aber ich bin sicher: Sie verpassen was, so wie es mir fast passiert wäre.
Anspieltipp: Re: Stacks

7. Nizlopi – Make It Happen
Es kommt ja inzwischen leider eher selten vor, dass mich ein Konzert rundherum flasht, aber im Dezember in Köln war es mal wieder soweit: Wie diese zwei Männer da mit Gitarre, Kontrabass und ihren Stimmen einen Sound auf die Bühne brachten, der satter war als so manche Band und gleichzeitig völlig organisch, das hat mich nachhaltig beeindruckt. Fand ich “Make It Happen” vorher schon ziemlich gut, höre ich es seitdem noch mal mit ganz anderen Ohren. Ein anrührendes, kluges und bewegendes Album, das nur darauf hoffen lässt, dass die Beiden nach ihrer Auszeit weitermachen.
Anspieltipp: Drop Your Guard

6. Goldfrapp – Seventh Tree
Goldfrapp waren eine Band, die ich bisher immer eher so am Rand wahrgenommen hatte. Das hat sich mit “Seventh Tree” (und meinem Song des Jahres “A&E”) deutlich geändert. Ein Frühlingstag, komprimiert auf 41:35 Minuten, ein vorsichtiges Nebeneinander von Akustikgitarren und Elektronik-Spielereien, und über allem schwebt die Stimme von Alison Goldfrapp. Für die Statistikfreunde: dass die beste britische Platte auf Platz 6 landet, hat es bei mir auch noch nie gegeben (2 erste Plätze und ein zweiter seit 2005).
Anspieltipp: Road To Somewhere

5. Tomte – Heureka
“Hinter All Diesen Fenstern” und “Buchstaben Über Der Stadt” waren bei mir jeweils das Album des Jahres (2003 und 2006), dafür hat es diesmal nicht ganz gereicht. Das liegt aber nicht am Album, sondern an mir: es kam einfach irgendwie nicht ganz im richtigen Moment raus. Thees Uhlmann hält es für das beste Tomte-Album überhaupt, und zumindest musikalisch könnte er da durchaus recht haben. Bei einigen Songs brauchte ich ein bisschen Zeit, um mit ihnen warm zu werden, andere habe ich auf Anhieb geliebt. Tomte kann man nur hassen oder lieben, aber wer ihnen aufmerksam zuhört, der wird sich geliebt fühlen.
Anspieltipp: Küss Mich Wach Gloria

4. Sigur Rós – Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust
Seit vier Alben verfolge ich jetzt die Karriere von Sigur Rós und jedes Mal habe ich gedacht: “Ja, das ist sehr gut, aber irgendwie ist es mir zu künstlerisch, zu weit weg, zu wenig alltagstauglich.” Die Isländer sind immer noch weit vom Pop entfernt, aber auf ihrem fünften Album machen sie Musik, die man auch ohne Räucherstäbchen und Duftkerzen hören kann. Als hätten die Elfen und Kobolde “Sgt. Pepper” gehört.
Anspieltipp: Við Spilum Endalaust

3. Sir Simon – Battle
Simon Frontzek ist der einzige Mensch, der zwei Mal in dieser Liste auftaucht — und beide Male in den Top 5. Zum einen ist er der neue Keyboarder bei Tomte, zum anderen Sänger, Gitarrist und Songschreiber bei Sir Simon (Battle), deren Debütalbum so großartig ist, dass es einen Treppchenplatz verdient hat. Kleine unaufgeregte Pop-Perlen zwischen Wilco, Maritime und den Weakerthans. Verträumt und einfach schön.
Anspieltipp: The Last Year

2. The Hold Steady – Stay Positive
Auch wenn die ganz große verspätete Band-Neuentdeckung des Jahres für mich Hem waren (die aber 2008 kein Album veröffentlicht haben): The Hold Steady sind sicher im engsten Kreis. Die Kombination von roher Energie und Pop-Appeal, von jugendlichem Überschwung und erwachsener Resignation, von Musik und Text machen “Stay Positive” zu einem wahrhaft außergewöhnlichen Album. Und dazu diese ganzen Popkultur-Verweise!
Anspieltipp: Magazines

1. Fleet Foxes – Fleet Foxes
Carrie Brownstein meinte im Jahresrückblick von “All Songs Considered”, das Jahr 2008 sei ziemlich “emo” (die Amerikaner meinen damit etwas anderes als wir) und “beardy” gewesen. Das trifft natürlich beides auf Fleet Foxes zu, aber die Band macht viel zu gute Musik, um sich länger mit der Gesichtsbehaarung ihrer Mitglieder aufzuhalten. Dass es sich die Männer aus Seattle, WA erlauben konnten, Perlen wie “Sun Giant” oder “Mykonos” gar nicht erst aufs Album zu packen (sondern auf der “Sun Giant”-EP zu veröffentlichen), deutet an, dass ihnen die Songs nur so zufliegen. Und tatsächlich: das zweite Album der Fleet Foxes soll bereits in diesem Jahr erscheinen. Ausnahmsweise habe ich mal gar keine Befürchtungen, dass es schwächer werden könnte als das Debüt.
Anspieltipp: Quiet Houses

Ja, Ihr könnt mich mal (10)

Von Lukas Heinser am Samstag, 10. Januar 2009 21:42
Kategorie: My Shared Folder

Diesmal müssen wir auch gar nicht über irgendwelche Städte diskutieren, diesmal hab ich’s mitten in Bochum entdeckt:

Yes, you can!

(Man beachte, dass hier gleich noch eine zweite Politik-Ikone mit verbraten wurden!)

Alle bisherigen Obama-Anspielungen gibt’s hier.

That’s Not My Name

Von Lukas Heinser am Freitag, 9. Januar 2009 21:29
Kategorie: Digital Ist Besser, Political Science

Es ist immer ein beruhigendes Gefühl, wenn man feststellt, man ist nicht allein. Ich freue mich zum Beispiel immer, wenn ich auf andere Menschen stoßen, zu deren Hobbies es offenbar ebenfalls gehört, merkwürdige Listen zu erstellen.

Marcus Meier scheint so ein Mensch zu sein und das macht ihn mir sehr sympathisch. Für das (ohnehin sehr lesenswerte) Blog Ruhrbarone.de und zu Ehren von Thorsten Schäfer-Gümbel hat er eine ganz außergewöhnliche Liste erstellt: die Top Fifty der besonders lyrischen Politiker-Doppel-Nachnamen mit mindestens einem Umlaut. (Wie man ein solches Vorhaben angeht, ist mir offen gestanden schleierhaft.)

Hier geht’s lang.

Brüste – Jetzt auch in Deutschland!

Von Lukas Heinser am Freitag, 9. Januar 2009 15:17
Kategorie: Digital Ist Besser, Living In A Magazine

Facebook findet stillende Mütter obszön und löscht Bilder von Brust und Baby.

schrieb die “taz” gestern. Auslöser war vermutlich eine Protestaktion von stillenden Müttern vor der Hauptverwaltung von Facebook, die von etwa 11.000 Menschen online begleitet wurde, indem diese Stillfotos zu ihren Userbildchen machten. Facebook hatte nämlich immer mal wieder Fotos, auf denen zu viel Brust zu sehen gewesen war, einfach gelöscht. Und in diesem “immer mal wieder” liegt der Knackpunkt, den der “taz”-Artikel verschweigt.

Anders als beispielsweise heise.de am 31. Dezember 2008 schrieb, hatte die Plattform damit nämlich nicht “im Herbst dieses Jahres angefangen”, sondern bereits im Jahr 2007 — ein Blick in die Facebook-Gruppe “Hey, Facebook, breastfeeding is not obscene!” hätte da ausgereicht.

Aber “taz” und Heise sind nicht die einzigen deutschen Medien, die erst durch die Berichte englischsprachiger Medien über die Protestaktion aufgewacht sind: Stern.de, das “Netzgeflüster” der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”, der Mediendienst Meedia, “RP Online” natürlich und Zoomer.de (“Doch was sich die interne Zensur des Onlinenetzwerkes jetzt geleistet hat, geht überhaupt nicht”) — sie alle tun so, als sei der Umstand, dass Facebook solche Bilder löscht, eine Neuigkeit.

Bild.de, wo es natürlich eine Bildergalerie mit stillenden Müttern gibt, schreibt:

Ausgelöst hat den Wirbel Kelli Roman (23) aus Kalifornien.

Gemeint ist damit jene Kelli Roman, die das “Time”-Magazin kürzlich zu der ganzen Sache interviewt hatte, und neben deren Foto die “Time”-Redakteure folgenden Satz geschrieben hatten:

This photograph of Kelli Roman breastfeeding her baby was removed from Facebook a year and a half ago.

Und wenn Sie das Gefühl haben, über diese ganze Facebook-löscht-Stillfotos-Nummer schon mal vor längerer Zeit gelesen zu haben: das kann natürlich sein …

Rhabarbarack Obamandarine

Von Lukas Heinser am Freitag, 9. Januar 2009 11:52
Kategorie: My Shared Folder

Der Grat zwischen augenzwinkernder Ironie und himmelschreiender Peinlichkeit ist schmal.

In diesem Fall bin ich aber sicher, dass sich die Macher auf der guten Seite befinden:

Ben & Jerry's: Yes, Pecan!

Immerhin machen Ben & Jerry ganz hervorragendes Eis und eine ihrer anderen Sorten heißt “Cherry Garcia”.

[via Cem Basman, mit Dank an Paule und Björn für die Hinweise]

Mehr Obama-Vergleiche gibt’s hier.

Die Omelette-Maschine: Heiner Müller zum Achtzigsten

Von Lukas Heinser am Freitag, 9. Januar 2009 1:41
Kategorie: Mr. Writer, Somebody Told Me

Den traurigsten Moment meiner akademischen Laufbahn erlebte ich eines Freitagsmorgens in einem Popliteratur-Seminar. Eine Gruppe von Kommilitonen hielt ein Referat über Benjamin von Stuckrad-Barre und an einer Stelle (in “Blackbox”) gibt es neben einer ganzen Reihe anderer Zitate auch eines von Heiner Müller: “Alles ist Material.”

Und was sagte dieser Germanistik-Student im durchaus nicht mehr ersten Semester?

“Heiner Müller, also der Mann vom ‘RTL Nachtjournal’ …”

Der Buddenbrook-Komplex

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 8. Januar 2009 16:07
Kategorie: Mr. Writer, This Is My Hollywood

Familiensagen haben in Deutschland eine lange Tradition: von den Nibelungen bis zu den Beimers führt ein direkter Weg (wenn auch ein verschlungener) von Geschichten, die den Menschen das Gefühl geben sollen, ihre eigene Familie sei dann vielleicht doch gar nicht so kaputt. Den unbestrittenen Höhepunkt bilden wohl die “Buddenbrooks”, jener “Jahrhundertroman”, den Thomas Mann mit 25 Jahren veröffentlichte und der ihm Weltruhm und Literaturnobelpreis sicherte.

Heinrich Breloer, der 2001 mit “Die Manns – Ein Jahrhundertroman” die nicht minder spannende Familiengeschichte der Manns selbst dokumentiert hatte, hat sich in seinem Spielfilmdebüt nun den 750-Seiten-Klassiker vorgenommen und auf kurzweilige zweieinhalb Stunden heruntergebrochen. Der Einfachheit halber lässt Breloer mindestens eine Generation (die von Johann Buddenbrook dem Älteren) und zwei Kinder (Clara Buddenbrook und Erika Grünlich) außen vor und konzentriert sich direkt auf Jean und Bethsy Buddenbrook und ihre (jetzt nur noch drei) Kinder. Das reduziert das unübersichtliche Charakterensemble auf eine beinahe nachvollziehbare Größe, führt aber auch dazu, dass Familientradition und -ehre nicht mehr direkt erzählt, sondern maximal berichtet werden.

Der “Verfall einer Familie”, so der Untertitel des Romans, wird in dieser vierten Verfilmung teils pointiert, teils hektisch abgehandelt. So ziemlich alles, was in Manns Roman über die Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook spannend und außergewöhnlich ist, ist bei Breloer banal geraten. Das liegt möglicherweise daran, dass der Regisseur ein erklärter Fan des Romans und seines Autors ist — sowas geht selten gut und es funktioniert auch hier nur bedingt. Wenn man die inneren Kämpfe, die der Drehbuchautor und Regisseur zwischen Werktreue und behutsamer Neuinterpretation ausgestanden hat, hinterher auf der Leinwand sehen kann, ist etwas gewaltig schief gelaufen.

Den Schauspielern kann man das nicht wirklich anlasten: Armin Mueller-Stahl könnte man als Konsul Jean Buddenbrook leicht mit seinem Thomas Mann in “Die Manns” verwechseln, aber Iris Berben überrascht als seine Gattin Bethsy dadurch, dass sie auch mal mehr sein kann als immer nur Iris Berben. Mark Waschke hat etwas damit zu kämpfen, dass seine Rolle des Firmenerben Thomas Buddenbrook nur in wenigen Momenten zum Sympathieträger taugt, aber die Bürde der familiären Pflicht und die zunehmenden Anstrengungen, die Fassade aufrecht zu erhalten, sind bei ihm stets glaubwürdig. Auch Jessica Schwarz, deren Tony Buddenbrook als einzige Person im Film überhaupt nicht zu altern scheint, steht die Zerrissenheit ins Gesicht geschrieben — zumindest solange, bis sich die Todesfälle in einem derart albernen Rhythmus häufen, dass man dieses Gesicht hinter dem schwarzen Schleier sowieso kaum noch zu sehen bekommt. Und August Diehl spielt den zunehmend wahnsinnigeren Christian Buddenbrook mit so viel Verve, dass man am Ende leider von Beiden genervt ist.

Die Ausstattung ist durchaus gelungen, mit großem Aufwand wurden Lübeck und Amsterdam des 19. Jahrhundert auf die Leinwand gezaubert. Dafür ist die Kameraarbeit von Gernot Roll, der bereits die TV-Version von 1979 fotografiert hatte, bis auf wenige Ausnahmen langweilig oder gar schlecht. Für die Weichzeichner beim großen Ball zu Beginn des Films gehören Kameramann und Regisseur gleichermaßen gescholten und mitunter wird allzu deutlich, dass ein bestimmter Blickwinkel nur gewählt wurde, weil sonst irgendetwas anachronistisches zu sehen gewesen wäre. Über die Musik wollen wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens breiten, der auch dem Komponisten Hans Peter Ströer gut zu Gesicht gestanden hätte.

Im Großen und Ganzen haben Breloers “Buddenbrooks” viel mit Uli Edels “Baader Meinhof Komplex” gemein, dem anderen großen deutschen Film von 2008: mit beachtlichem Aufwand, aber ohne eigene Haltung, werden die wichtigsten Stationen einer altbekannten Vorlage abgehechelt. Beide Male ist dabei solides Popcornkino entstanden, das sich als Einstieg in die jeweilige Materie eignet.

Dass ein Film dem Roman gerecht werden könnte, hat hoffentlich sowieso nie jemand geglaubt.

Offizielle Website
IMDb

If you’re going to San Francisco … (Teil 3)

Von Lukas Heinser am Donnerstag, 8. Januar 2009 1:01
Kategorie: Auf Achse

San Francisco, CA

Nachdem wir schon Geschäfte, sowie Kneipen und Restaurants empfohlen haben, kommen wir im dritten und letzten Teil unseres großen San-Francisco-Reiseführers “Cocoa And Books” heute zu einem anderen, nicht ganz so klar zu umreißenden Themenkomplex. Erst sage ich Ihnen, welche Mainstream-Touristenattraktionen gar nicht mal so schlecht sind, und dann machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Nachtleben.

Teil 3: (Ach, da fehlt uns noch ‘ne Überschrift)

[...]

Macworld Expo: Erste Eindrücke vom neuen Apple

Von Lukas Heinser am Dienstag, 6. Januar 2009 1:38
Kategorie: Digital Ist Besser, My Shared Folder

Heute beginnt in San Francisco, CA die Macworld Expo, die Messe für alles rund um die Produktpalette von Apple.

Dank unserer guten Kontakte vor Ort können wir schon jetzt das erste Highlight vorstellen:

iTouch myself by Apple

Ja, Ihr könnt mich mal (7 & 8)

Von Lukas Heinser am Montag, 5. Januar 2009 17:04
Kategorie: My Shared Folder

Es ist ja nicht nur der Slogan, es ist gleich alles, was einem die Lust nimmt, sich überhaupt noch mit dem Angebot von Yellow Möbel beschäftigen zu wollen:

Yes we can! Der neue Katalog! Abholen! Yellow.

[via Paul in den Kommentaren]

Und obwohl Barack Obama eigentlich als ausgesprochen durchtrainiert gilt, will das Frauenmagazin “Jolie” mit seinem Motto abnehmen:

Schnell sechs Kilo weniger: Stars und ihre Diät-Tricks. Yes we can!

[mit Dank an Friederike für den Hinweis und das Foto!]

Und hier das ganze Elend …

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