Der schwarze Gürtel im Nervensägen

Von Lukas Heinser am Montag, 12. Januar 2009 18:03
Kategorie: Living In A Magazine

Als ich noch ein kleiner Junge war und mit meiner Familie in der Innenstadt von Dinslaken wohnte, fuhr die Straßenbahnlinie 903 direkt hinter unserem Haus entlang. Mit meinem besten Freund habe ich oft an den Gleisen gespielt (was man natürlich, liebe Kinder an den Bildschirmen zuhause, nie tun sollte) und ein, zwei Mal bin ich auch (natürlich in Begleitung Erwachsener) mit der Straßenbahn nach Duisburg und von da aus weiter in den Zoo gefahren.

Warum erzähle ich Ihnen das? Ralf Birkhan hat für die “NRZ” eine Reportage über die Linie 903, mit der man durch halb Duisburg juckeln kann, geschrieben. Es ist eine sehr atmosphärische Schilderung geworden, die sprachlichen Bilder sind manchmal etwas zu bemüht, aber manche Sätze sind auch ganz großartig in ihrer Schlichtheit:

An der Haltestelle „Fischerstraße” in Hochfeld ist der Mittag gekommen, sonst niemand.

Und weil hier ja viel zu oft über schlechten Journalismus gemeckert und guter viel zu selten gelobt wird, möchte ich Ihnen die Reportage mit dem leider fürchterlich verunglückten Titel “Straßenbahn-Linie 903: mittags beim „Kuaför” – abends das Arbeiter-Bier” hiermit ans Herz legen — auch, wenn Sie noch nie in Duisburg waren.

10 Kommentare

  1. 1

    Einfach mal nur ein Kompliment machen ist auch nicht so deins, oder?

  2. 2

    Das mag man mehr, wenn man mal selbst mit der 903 gefahren ist…glaub’ ich.

  3. 3

    Ach ja… die gute, alte 903.
    Wenn man übrigens bei der Haltestelle “Duisburg Hochfeld Süd Bahnhof” aussteigt, ist man direkt beim Kult-Rock-Schloss PULP. Lohnt sich Freitags und Samstags, auch wenn man noch nie in Duisburg war!

  4. 4

    Ich war noch nie in Duisburg und es wird wahrscheinlich auch nicht so schnell passieren, dass ich dort einen Urlaub machen werde. Auch geschäftlich werde ich dort so schnell nicht hinkommen, darum habe ich den Artikel gelesen. Und es ist wirklich gut geworden.

    Johanna: Jeder formuliert anders aber ich denke, dass er es schon so gemeint hat wie es dort steht. Also es ist schon ein Kompliment meines Erachtens. Aber etwas offensichtlicher hätte es schon sein dürfen das stimmt. Vielleicht kommt das ja noch. Das Jahr ist noch jung.

  5. 5

    Mathias: Ich finde ja auch für den ansonsten hier herrschenden Ton (nicht, dass mir der nicht gefällt!) , ist das quasi eine Lobeshymne. Aber den ein oder anderen Seitenhieb scheint sich der Lukas einfach nicht verkneifen zu können.

  6. 6

    Es ist eben einfach kein zu 100% toller Text, sondern nur ein zu 90% toller.

    Wenn ich jemandem etwas “ans Herz legen” möchte, bin ich aber insgesamt schon ziemlich begeistert.

  7. 7

    Haha, ich habe mich letztens noch mit Freu(n)den daran erinnert, was man alles auf Straßenbahnschienen legen kann, um es mal ordentlich zu plätten. Natürlich darf man das nicht, liebe Kinder, höchstens mal mit ‘nem Groschen. Aber wer hat schon noch einen..?

  8. 8

    was man alles auf Straßenbahnschienen legen kann, um es mal ordentlich zu plätten.

    Eisstäbchen, Glasscherben, Münzen – für Steine aus dem Gleisbett haben wir aber mal Ärger gekriegt. (Zu Recht natürlich, liebe Kinder.)

  9. 9

    Wenn man die Kommentare zu dem Artikel auf “Der Westen” liest, dann finden die NRZ-Leser den aber gar nicht gut! So viele Beschwerden und und rechthaberische Korrekturen…

  10. 10

    So viele Beschwerden und und rechthaberische Korrekturen…

    Aber das steht doch dran: “Der Westen”.

    (Gute Gelegenheit, mal die eigenen Kommentatoren zu loben. Danke schön!)

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