Müssen nur können

Von Lukas Heinser, 4. Januar 2009 0:43

Es ist schon erstaunlich, wer so alles auf die Liste „Yes, maybe we could try to, but come to think of it: we definitely can’t“ will:

Gut Licht 2009: Yes we can

Wenn Sie am Samstagvormittag in der Kölner Innenstadt einen laut kreischenden jungen Mann unter einem Werbeplakat gesehen haben: das war ich.

34 Kommentare

  1. Klaus
    4. Januar 2009, 1:09

    Wenn mich nicht alles täuscht, hat Canon aber schon öfter damit oder ziemlich ähnlichen Slogans Werbung gemacht. Insofern ist eher Barack Obama ein Canonvergleich ;)

  2. Manuel
    4. Januar 2009, 1:18

    Ach Du bist auch Kölner? Sag das doch gleich!

  3. Lukas
    4. Januar 2009, 1:19

    @Klaus: Na ja, „You can – Canon“ heißt der Slogan. Ist schon ein bisschen was anderes, oder?

    @Manuel: Ich? Kölner?! Um Gottes Willen, Nein! Ich bin Bochumer (und Gladbach-Fan)! Ich war eher versehentlich in der schlimmsten Stadt Deutschlands.

  4. Manuel
    4. Januar 2009, 1:22

    Ach so. Dann sag nächstes Mal Bescheid, wenn Du versehentlich da bist. Ich bin nämlich schon seit 4 Jahren versehentlich dort, nur unterbrochen von monatelangen SChiffsreisen.

    Meine Freundin hat mir aber gerade gestern noch erzählt, dass Bochum am allerschlimmsten sei, fast noch schlimmer als Duisburg.

  5. Klaus
    4. Januar 2009, 1:26

    @Lukas

    Stimmt natürlich. Aber wenn man sowas schon mal ähnlich gemacht hat, dann darf man sich dem anpassen ;)

    Find die Wecannisierung ja selbst auch schrecklich …

  6. Patrick
    4. Januar 2009, 9:53

    Da ich in Bochum gewohnt habe und nun in Köln und obwohl ich gerne in Bochum gewohnt habe: Köln mag nicht die schönste Stadt der Welt sein, aber trotzdem oder gerade deswegen finde ich die Stadt mehr als sympathisch.
    Als jemand aus dem Ruhrgebiet sollte man sowas doch zu schätzen wissen…

  7. Caro
    4. Januar 2009, 10:44

    Ich habe drei Jahre in Gelsenkirchen gelebt. Hab ich jetzt gewonnen?

  8. Patrick
    4. Januar 2009, 11:17

    Eindeutig

  9. Johannes
    4. Januar 2009, 12:42

    Ich wohne in Krefeld. Was sagt ihr nun? Harharhar!

  10. Oliver Ding
    4. Januar 2009, 13:25

    Ich kontere mit Leverkusen.

  11. Lukas
    4. Januar 2009, 13:47

    @Patrick: Was zu schätzen wissen? Städte, die obwohl sie völlig neu aufgebaut werden konnten, durch nicht vorhandene Verkehrsplanung, abgrundtief hässliche Straßenzüge und unfreundliche, komisch sprechende Menschen bestechen? Nee.

  12. Patrick
    4. Januar 2009, 14:05

    Unfreundlich kann ich nicht bestätigen. Straßenplanung gebe ich dir recht.
    Beziehst du das mit den neu afgebaut werden konnten auf die Nachkriegszeit? Falls ja: Das ist jetzt nicht dein ernst, oder?
    Mit zu schätzen wissen meine ich, dass man trotz verbesserungswürdigem Stadtbild gerne irgendwo wohnt, weil es eben nicht nur darauf ankommt. Wie in Bochum.

  13. Lukas
    4. Januar 2009, 14:11

    Wie ich schon mal schrieb:

    Warum hat man Straßenzüge, die komplett in Schutt und Asche lagen, in ihrem jahrhundertealten Verlauf wieder aufgebaut? Warum hat nicht wenigstens ein weiser Architekt in dieser vielzitierten „Stunde Null“ gesagt: „Wenn wir schon ganz neu anfangen müssen, könnten wir es ja vielleicht ein einziges Mal richtig machen!“?

    Und so sehr ich Bochum mag: ich könnte mir nicht vorstellen, nach Köln zu ziehen. Für keinen Job und keine Frau der Welt.

  14. Manuel
    4. Januar 2009, 14:19

    Also wenn Dir dann ein Job in Köln angeboten wird. Ich nehm in gerne!

  15. Patrick
    4. Januar 2009, 14:20

    Weil Stadtplanung früher anders aussah als heute. Und weil man in der „Stunde Null“ andere Sorgen hatte, als Architekten nach intelligenter Strassenführung oder schönem Stadtbild zu befragen. Da ging es ganz profan um Dach überm Kopf.

  16. Lukas
    4. Januar 2009, 14:26

    @Patrick: Das hat man zumindest in Hannover aber anders gesehen.

  17. Patrick
    4. Januar 2009, 14:28

    Und du findest, dass Hannover schöner ist als Köln?

  18. Daniel
    4. Januar 2009, 14:34

    Ich muss mich hier nun auch mal einklinken, als gebürtiger Kölner.

    Köln ist natürlich nicht schön. Es gibt viel schönere Städte (Hamburg, Münster, …) – aber Köln hat Herz, tolle Menschen, eine entspannte Kultur und leckeres Bier. Alles was man so zum Leben braucht.

    Und Leute aus dem Ruhrgebiet bemitleide ich sehr. Da ist jede Stadt hässlich: sei es Essen, Dortmund, Duisburg oder oder oder – und die Leute sind doof! ;)

  19. Manuel
    4. Januar 2009, 14:42

    whoar, jetzt wird es aber langsam doof. Meine Stadt ist hui, Deine Stadt ist bäh. Nun ist aber genug, Kinder. Jede Stadt ist Okay.

    Außer Düsseldorf.

  20. Lukas
    4. Januar 2009, 14:43

    @Patrick: Ich war noch nie in Hannover. Und auch wenn es vielleicht hässlicher geht als Köln (es gibt ja immer noch Koblenz): ich mag Köln als Ganzes einfach gar nicht. Wenn ich da raus bin, habe ich immer das Gefühl, erst mal Duschen zu müssen.

    @Daniel:

    eine entspannte Kultur und leckeres Bier

    Und die zeigen sich in Form von Karneval und Kölsch?!

    Entschuldigung, vielleicht sollten wir die Diskussion an dieser Stelle einfach mal beenden. Natürlich ist da vieles auch Geschmackssache, aber wer jemals mit dem Auto in Köln war, wird auch objektiv zugeben müssen, dass sich die Stadt und Individualverkehr ausschließen.

    Aber eigentlich ging es hier ja darum, dass wir alle etwas können.

  21. Patrick
    4. Januar 2009, 14:46

    Darum gings ja garnicht. Ich mag sowohl Bochum als auch Köln. Es ging mir ja nur um die Stadtplanung nach dem zweiten Weltkrieg. Und darum, dass ich dachte, dass Lukas wegen mir nach Köln ziehen soll.

    Ich hatte da mal ein Seminar drüber(also über Stadtplanung nach dem 2. WK). Ach, wenn ich doch nur für andere und nicht fürs Leben gelernt hätte, ich würde mich jetzt an mehr erinnern.

  22. Paule
    4. Januar 2009, 15:40

    Ich bin immer wieder über diese pseudo-intellektuelle Borniertheit erstaunt, mit der vornehmlich junge Menschen in erschreckender Arroganz die vermeintlihe Allumfassendheit ihres Wissens auf die heterogenen Bereiche der Kultur und des Lebens projizieren. Ganz gleich, ob es dabei um eine Stadt oder Politik, oder um ein Album oder Filme geht.

    Es geht mir nicht darum, dass es Leute gibt, die Köln nicht mögen, oder hässlich finden, oder whatever. Es geht mir um die Art wie Meinungen vereinzelt eben auch hier präsentiert werden. Außer „arm“ und „uninspiriert“ fällt mir dazu nicht viel ein. Und ich habe lange nach einer adäquaten Umschreibung gesucht.

    Und als ironische Übertreibung ist es längst nicht mehr lustig und schlichtweg bereits von Tausenden tödlich durchgekaut. Time for a stylistic change!

    So sehr Blogs wie Coffee And TV in mir Hoffnungen für einen neuen, modernen, offenen Journalismus wecken, so sehr sehe ich in einzelnen Beiträgen, wie diesem, bzw. vielmehr den ergänzenden Kommentaren zu diesem, kaum Unterschiede zu der Arroganz des aktuellen Journalismus, die mich täglich erschauern lässt.

    An der eigentlichen Diskussion mag ich mich nicht wirklich inhaltlich beteiligen, da ich mich nicht gerne im Kreis drehe.

    Nur soviel als Gedankenanregung: Warum zu Zeiten des Wiederaufbaus in Köln soviel schief gelaufen ist, vermag ich Mangels Alter nicht zu beurteilen. Was ich jedoch zu bedenken bitte, ist die Struktur in die Köln hineingewachsen ist. Bis in die siebziger Jahre wurden wild Nachbargemeinden eingemeindet, die bis dahin nicht viel mit einer eventuellen Kölner Stadtplanung zu tun hatten. Nicht zuletzt dadurch herrscht in Köln eine nicht unbedeutende Veedels-Kultur (Stadtteilkultur), die viel zur Provinzialität der Kölner Lebensart beiträgt. Köln ist vielmehr ein Konglomerat einzelner Städte und Gemeinden, als eine echte Großstadt.

    Dass es an dieser Stelle einiges zu tun gibt, haben inzwischen einige Leute erkannt und entsprechende Initiativen angestoßen:
    http://www.faz.net/s/Rub117C53.....ss_aktuell
    http://www.welt.de/kultur/arti.....ssern.html

  23. hewi
    4. Januar 2009, 17:44

    @Lukas (13): Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich wohne jetzt seit fünf Jahren in Köln und kann mir momentan nur sehr schwer vorstellen, hier wegzuziehen. Wo treibst du dich in Köln denn immer herum, dass du die Stadt so schrecklich findest? Hohe Straße und Schildergasse? Falls ja: Da finde ich es auch ziemlich furchtbar, aber normalerweise verirrt sich da auch kein Kölner hin, sondern nur irgendwelche Eifeler und Leute aus dem Ruhrgebiet. So zum Wohnen ist Köln jedenfalls echt super.

  24. Daniel
    4. Januar 2009, 19:16

    Meine Güte, dass man nichtmal mehr über belanglose Dinge diskutieren darf, Paule…

    Wer was gegen meine Stadt, mein Bier oder meinen Fußballverein sagt, darf natürlich nicht vor entsprechenden Reaktionen laufen gehen – so sind die Kölner eben ;)

    Köln wurde damals nach dem Krieg eigentlich nur auf den Automobilverkehr ausgerichtet – das sieht man heute an den Ringen etc. Erst jetzt gibt es endlich andere Entwicklungen, die natürlich sehr erfreulich sind.

    Köln hat nicht nur den Dom, die Hohe Straße und das Schokoladenmuseum zu bieten. Sondern noch viele andere interessante Stadtteile, die man allesamt am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln besucht. Dann macht die Erkundung auch Spaß.

  25. Manuel
    4. Januar 2009, 19:19

    Köln ist auf den Automiblverkehr ausgerichtet? Das ist ja wohl ein Witz.

  26. Daniel
    4. Januar 2009, 20:32

    Wer konnte damals mit dieser Blechlawine rechnen? Wenn Köln auf etwas ausgerichtet wurde, dann auf den Autoverkehr.

    Zum Glück gibt es den neuen Masterplan von Speer – der hoffentlich in Zukunft umgesetzt wird. Dann gehts uns Kölner noch besser als zuvor ;)

  27. Paule
    4. Januar 2009, 21:57

    @Daniel (24)
    Mein Kommentar hängt sich nicht an Belanglosigkeit auf. Es ist mir pupsegal, um was sich diese (oder eine) Diskussion dreht und in welche Richtung sie steuert, bzw. welche Meinung am häufigsten vertreten ist, etc.

    Was mich zunehmend aufregt, sind hingeworfene Arrogantismen ala

    Wenn ich da raus bin, habe ich immer das Gefühl, erst mal Duschen zu müssen.

    und ähnliches. Die niemandem mehr weiterbringen und als provokantes Stilmittel einfach nur durchgenudelt sind.
    Oder eben mitunter auch die Ansicht, man wäre in der Lage festzulegen, dass die Weiterverwendung verbrauchter politischer Slogans, etc. sich nicht gehört. Und als totschlagendes Argument muss dann ein „Das da ist megapeinlich!“ reichen, damit jeder die Möglichkeit hat in den Meinungseinerleibrei einzustimmen, anstatt vielleicht mal im Einzelfall zu analysieren oder erörtern, was und warum da jetzt so peinlich dran ist. Was es sicherlich ist, aber… eben!

    Ich wiederhole mich jetzt gerne, wenn ich sage, dass Coffee And TV (inkl. Autor) einer meiner Lichtblicke in der deutschen Texteschreiberlandschaft ist, aber vereinzelt fühle ich mich von der Penetranz einer, den Anspruch auf Gültigkeit erhebenden und deswegen nicht recht begründet werden müssenden, in den Text gekippten, Meinung dermaßen erdrückt.

    Sowas begegnet mir nicht nur hier, aber eben auch hier; angesprochen fühlen darf sich vermutlich jeder, der schon mal irgendwo einen Text veröffentlicht hat, mich eingeschlossen.
    An diesem Beitrag und seiner sich daraus erschließenden Diskussion hat sich das heute in meinem Kopf kanalisiert.

  28. Lukas
    4. Januar 2009, 22:04

    @Paule: Woher wollen Sie wissen, wie ich mich fühle?

  29. Paule
    4. Januar 2009, 22:28

    @Lukas (28):
    Ich wüsste nicht explizit behauptet zu haben, dies zu wissen.

    Allenfalls ein „vermutlich“ in Verbindung mit dem Getfühl angesprochen zu sein, möchte ich in meinem Kommentar finden. Was aber weniger eine wörtliche Wiedergabe, als vielmehr eine stilistische Redewendung ist. Wenngleich vielleicht auch eine durchgenudelte und bereits von Tausenden tödlich durchgekaute.

  30. Paul
    5. Januar 2009, 9:01

    genauso schön ist auch:
    http://www.yellow-moebel.de/

  31. Caro
    5. Januar 2009, 11:23

    Dass den Firmen das nicht langsam peinlich ist…

  32. Duisburgerin
    5. Januar 2009, 18:19

    Also, Köln hin oder her, ich muss jetzt mal meine Heimat in Schutz nehmen: An alle, die was gegen Duisburg und das Ruhrgebiet generell sagen: Wart ihr schon mal an der Sechs-Seen-Platte? Im Landschaftspark Nord? Im Gasometer? In der Zeche Zollverein? In der Zoom-Erlebniswelt? In der Essener Altstadt? Industriekultur ist zugegebenermaßen Geschmackssache, aber ich glaube, Essen (stellvertretend für das Ruhrgebiet) ist nicht umsonst Kulturhauptstadt 2010 geworden!

  33. Tim
    6. Januar 2009, 11:37

    Mannomann! Dieses Beitrag habe ich beim ersten Überfliegen im RSS-Reader echt unterschätzt. Hier geht ja mal wieder schön die Post ab. Ich hätte nicht gedacht, dass man nach Obama und Städte-Rants doch tatsächlich noch beim Thema „Blogs vs. Journalismus“ landen kann. Klasse!

  34. Coffee And TV: » Ja, Ihr könnt mich mal (10)
    10. Januar 2009, 21:42

    Diesmal müssen wir auch gar nicht über irgendwelche Städte diskutieren, diesmal hab ich’s mitten in Bochum entdeckt […]