Beiträge vom November, 2008

… und nächste Woche verklage ich jemanden!

Von Lukas am Freitag, 28. November 2008 18:53

So langsam dürfte der Kleinkrieg, den sich die Post- und Paketzusteller mit mir liefern, als das durchgehen, was in manchen Kreisen gerne “Kult” genannt wird.

Ist entsetzt: Postkunde Lukas H.

Ist entsetzt: Postkunde Lukas H.

Schon wieder hat ihm der Postbote eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen!

Schon wieder hat ihm der Postbote eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen!

Andererseits bin ich auch nur noch 42 Jahre vom derzeitigen Renteneintrittsalter entfernt und habe “Nationalität: deutsch” in meinem Ausweis stehen, von daher denke ich, es ist der richtige Zeitpunkt für mein erstes handgeschriebenes Schild im Treppenhaus:

Lieber Postbote, wenn Sie mir noch einmal eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werden, ohne vorher auch nur bei mir geklingelt zu haben, werde ich mich bei Ihren Vorgesetzten beschweren! Mit freundlichen Grüßen,

Nachtrag, 29. November: Irgendjemand hat den Zettel heute abgerissen und in den Papierkorb geworfen.

Nachtrag, 1. Dezember: Erste Erfolge werden sichtbar: Mein Mitbewohner hatte heute eine Benachrichtigungskarte mit dem Vermerk “12:00 Uhr geklingelt!” im Briefkasten. Ich nehme mal an, er hat zu der Zeit noch geschlafen. Ich war jedenfalls nicht da.

Kategorie: Somebody Told Me | Kommentare (24)

Gone 4 Real

Von Lukas am Mittwoch, 26. November 2008 16:31

Am 1. Februar 1995 verschwand Richey James Edwards, Texter und Rhythmus-Gitarrist der Manic Street Preachers. Zwei Wochen später wurde sein Auto auf dem Parkplatz einer Raststätte in der Nähe der Severn Bridge gefunden.

In der Folge gab es immer wieder Gerüchte, er sei hier und dort gesichtet worden, immer mal wieder wurden Knochen gefunden, die aber nicht von Edwards stammten.

Die Band hat nach seinem Verschwinden weitergemacht — zunächst mit den Texten, die er ihnen hinterlassen hatte, dann nur noch mit Material von Bassist Nicky Wire. Sie waren erfolgreicher denn je und landeten mit “If You Tolerate This Your Children Will Be Next” ihre erste Nummer 1 in Großbritannien. Von allen Einnahmen gingen 25% auf ein Treuhandkonto, das die Band auf Edwards’ Namen eingerichtet hatte. Vor wenigen Wochen kündigten sie ein neues Album an, auf dem noch übrig gebliebene Richey-Edwards-Texte verarbeitet werden sollen.

Obwohl Edwards’ Familie seit 2002 die Gelegenheit gehabt hätte, ihren Sohn für tot erklären zu lassen, hat sie davon jahrelang keinen Gebrauch gemacht. Als ich Manics-Sänger James Dean Bradfield vor zwei Jahren zu seinem Soloalbum interviewt habe (Überreste des Gesprächs sind hier nachzulesen), kam er nach weniger als dreißig Sekunden erstmals auf Richey zu sprechen — von sich aus.

Vor wenigen Tagen aber haben sich Edwards’ Eltern nun doch dazu entschieden, Richey James für tot erklären zu lassen.

Bandsprecherin Teri Hall ließ die “Mail on Sunday” wissen:

The band has been aware this was coming,’ she said. ‘It is hugely emotional for all of us. This is the parents’ choice and the band is happy to go with what the parents decide is best. We all dream Richey will come back one day. You hope he is still around somewhere.

But it is no longer a realistic hope and if this offers some kind of closure then the band will be content with that.

Und so konnte der “Guardian” dann auch heute seinen seit mindestens 13 Jahren geschriebenen Nachruf aus der Schublade kramen und veröffentlichen.

Kategorie: Rock'n'Roll High School | Kommentare (4)

Nixkönner

Von Lukas am Dienstag, 25. November 2008 22:32

BREAKING NEWS!

Im Falle unserer neuen Liste “Yes, maybe we could try to, but come to think of it: we definitely can’t” geht die SPD Marburg möglicherweise uneinholbar in Führung:

Schäfer-Gümbel '09: Yo isch kann

Für den Fall, dass das “irgendwie ironisch” gemeint sein sollte: Fail!

[via PickiHH]

Nachtrag, 26. November: Tobias weist in den Kommentaren völlig zu Recht darauf hin, dass es sich bei dem Logo um einen zwei Wochen alten Entwurf des Designtagebuchs handelt. Aus was für absurden Interpretationen des Konzepts “Selbstironie” die SPD das aber aufgreift, ist mir offen gestanden schleierhaft.

Kategorie: Political Science | Kommentare (17)

Barack Obamas schlimme Folgen für die Weltpolitik

Von Lukas am Montag, 24. November 2008 16:02

“Was können wir vom Wahlkampf von Barack Obama lernen?” hatte ein Delegierter auf dem Grünenparteitag den zu diesem Zeitpunkt noch designierten Parteivorsitzenden Cem Özdemir gefragt. Özdemir antwortete irgendwas Kluges, Abwartendes, von wegen das solle man jetzt nicht alles nachmachen und man müsse auch mal sehen und so …

“Ist eine Internet-Kampagne wie die von Barack Obama auch in Deutschland möglich?” hatte Markus Beckedahl schon kurz nach Obamas Wahlsieg gefragt und sowohl eine kurze (“Ja und Nein”), als auch eine lange Antwort darauf gegeben.

Aber wie das immer so ist: auf besonnene Politiker hören genauso viele Personen, wie längliche Blog-Einträge lesen — also kaum einer. Und so kommt es, dass die zweite bis dreißigste Reihe (so viele Sitzreihen hat das Bochumer Ruhrstadion, vielleicht bietet jemand mehr) der Politiker jetzt vor den Fettnäpfen Schlange steht, um auf eine neue Liste zu kommen.

Sie heißt:
“Yes, maybe we could try to, but come to think of it: we definitely can’t”

Los ging es mit diesem Meisterwerk:

Yes we can -  Klausurtagug der SPD Havixbeck

[via Jens]

Eine weitere gewagte Kombination aus Slogan und missglückter deutscher Sprache fand ich dann bei Facebook:

Wir machen's: Mit Heiko Maas, muss einer neuer Mann an die Spitze der saarländischen Landesregierung. Unterstützt Heiko Maas für Gute Arbeit, Faire Chancen und Neue Energie im Saarland.

Und den finalen Auslöser, die Nummer von einer Twitter-Serie zu einer Blog-Serie zu machen (hoffentlich nicht), fand ich dann im Dinslakener Lokalteil der “Rheinischen Post”:

Dinslaken:<br />
Köse dreht Wansing-Wahlspot. Dinslaken (RP) Reportage am Montag "Wansing on Ice" hieß es am Sonntagmittag in der Dinslakener Eishalle. Dort drehte CDU-Bürgermeisterkandidat Heinz Wansing gemeinsam mit Regisseur Adnan Köse seinen Wahlwerbespot.

Der aufstrebende Lokalpolitiker Heinz Wansing hat sich vom Dinslakener Regisseur Adnan Köse (“Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman”) überreden lassen, einen Wahlwerbespot zu drehen, der ab Januar als zehnminütige Version auf seiner Homepage und später als Zweiminüter in der Dinslakener Lichtburg laufen soll.

Die “RP” zitiert den Regisseur wie folgt:

Man muss die neuen Medien nutzen. Mir gefällt seine Haltung und ich will mit dem Film erreichen, dass neben dem Politiker und Verwaltungsfachmann auch der private, der Mensch Heinz Wansing fokussiert wird.

Und wenn Sie jetzt fragen: “Ja, was sollen die armen deutschen Politiker denn jetzt machen, ohne dass Ihr Internet-Jungspunde Euch immer über deren Unbeholfenheit lustig macht?”, dann antworte ich mit meiner glockenklarsten Engelsstimme, die sonst für Familienbesuche und meinen Bankberater reserviert ist: “Politik!”

Kategorie: Digital Ist Besser, Political Science | Kommentare (13)

And no religion, too

Von Lukas am Sonntag, 23. November 2008 20:02

Bei einem Unternehmen, das seit 2000 Jahren floriert, sind 41 Jahre ein Wimpernschlag.

Gerade mal so lang hat es gedauert, bis der Vatikan John Lennon sein “We’re more popular than Jesus now”-Zitat vergeben hat.

dpa tickert dazu:

In der Vatikanzeitung «Osservatore Romano» nimmt der Heilige Stuhl nun das Erscheinen des «White Album» der Beatles im November 1968 zum Anlass, Lennon zu verzeihen.

Nach so vielen Jahren scheint das doch «nur der Übermut eines Jugendlichen der englischen Arbeiterklasse» gewesen zu sein, der «ganz offensichtlich überwältigt war von einem unerwarteten Erfolg», schreibt die Zeitung. Zudem lobte das Blatt die Platte der Beatles, die heutige Popmusik sei häufig eher von schlechterer Qualität.

Zum Vergleich: Galileo Galilei wurde nach 359 Jahren formal rehabilitiert, Martin Luther wartet darauf seit 488 Jahren. So sehr wie die Beiden ist John Lennon allerdings nie verstoßen worden — er war aber eh nicht katholisch.

Kategorie: Rock'n'Roll High School | Kommentare (5)

Frittierte Rock-Nostalgie

Von Lukas am Sonntag, 23. November 2008 14:40

Mit Nostalgie ist das ja immer so eine Sache: viele Dinge sonnen sich nur noch in ihrem einstigen Ruhm und sind bei genauer Betrachtung heute ganz schlimm. Led Zeppelin ohne Robert Plant, zum Beispiel, viele Fußballvereine oder auch Weihnachten mit der Familie.

Die Essener Grugahalle feiert in diesem Jahr ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie ist Betongewordene Bonner Republik (Willy Brandt und Konrad Adenauer haben dort Reden gehalten), deren Architektur den Optimismus der 1950er Jahre perfekt wiedergibt und die deshalb ohne Mädchen in Petticoats und Männer mit Anzügen und Hüten antiker wirkt als so manch mittelalterlicher Sakralbau. Eine Cousine meines Vaters hat dort 1966 die Beatles live gesehen, was sie in der Verwandtschaft zu einer kleinen Berühmtheit macht.

Die Grugahalle ist untrennbar mit den legendären “Rockpalast”-Nächten des WDR verbunden, die damals noch live im Fernsehen übertragen wurden. Grateful Dead haben damals dort gespielt, Mitch Ryder und Bap. Und obwohl man meinen sollte, dass man mit Fernsehübertragungen von Konzerten nicht allzu viel falsch machen kann, ist auch der “Rockpalast” heute angestaubter denn je: Manuel Unger, für den man beim Ewige-Jugend-Sender Eins Live keine Verwendung mehr hatte, wird heutzutage mitten in die Livesets geschnitten und stellt dort Fragen, die älter sind als Peter Rüchel und Alan Bangs zusammen.

Aus den eingangs geschilderten gefährlichen Nostalgie-Gründen haben sich Grugahalle und WDR zusammengetan, noch einmal eine “Rockpalast”-Nacht auszurichten, deren Headliner Ben Folds und Travis die Hauptrolle in meiner ganz persönlichen Konzert-Nostalgie-Geschichte spielen. Es war also klar, dass ich gestern dabei sein musste.

Fast wäre daraus nichts geworden, denn die Securities am Eingang, die offenbar erst letzte Woche vom Department of Homeland Security abgeworben worden waren, wollten mich nicht in die Halle lassen, so lange ich ein Taschenmesser in meiner Hosentasche hatte. Sowas könne man nie mit reinnehmen, erklärte mir der überaus unfreundliche Schrank, und riet mir, das Messer wegzuwerfen. Da ich erstens mit meinem Schweizer Messer bisher bei keinem Konzert und Stadionbesuch Probleme gehabt hatte und ich zweitens keine 15 Jahre alten Wertgegenstände in Mülltonnen zu werfen pflege, musste ich mir erst einmal ein gutes Versteck (im Radkasten eines WDR-LKW) suchen. Auch bei meinem zweiten Versuch, die Halle zu betreten, wurde ich gründlicher abgesucht als am New Yorker Flughafen JFK. Aber man kennt ja die Gefahren, die von verliebten Teenagern in Chucks und ergrauten Rockfans ausgehen. (Dass natürlich fast jeder Besucher mit einem Videohandy in die Halle gehen durfte, mit dem er Urheberrechtsverletzungen in Millionenhöhe begehen könnte, steht auf einem anderen Blatt.)

Als ich dann endlich in der Halle war, hatte ich The Rascals schon verpasst, was angeblich nicht weiter schlimm war. Der Hallenboden war notdürftig mit sich wellendem PVC ausgelegt, die Halle selbst in der Mitte mit Vorhängen abgetrennt. Es sah aus, wie es eben in Mehrzweckhallen aussah, bevor sie “Kölnarena” und “O2 World” hießen”, und roch fürchterlich nach Frittierfett, was an der Imbisstheke im Erdgeschoss lag, die (samt Belegschaft und Würstchen) vermutlich auch schon bei den Beatles dort stand. Es fällt schwer, sich ein würdeloseres Ambiente für seine Lieblingskünstler auszudenken, ohne die Begriffe “Möbelhaus” oder “Autohaus” zu verwenden. Und dann spielten Glasvegas irgendwelchen düsteren Joy-Division-Indierock.

Fleet Foxes live on stage

Es konnte also nur noch besser werden, als die Fleet Foxes die Bühne betraten. Ihr Auftritt war noch besser als der in Haldern, was unter anderem daran lag, dass sie nur noch knapp ein Drittel ihrer Brutto-Spielzeit mit Pausen verbrachten und nicht mehr die Hälfte. Sänger Robin Pecknold, der sich vorher via iPhone noch informiert hatte, was für eine Stadt Essen überhaupt ist, nutzte gleich mal die Gelegenheit, sich über den Namen “Rockpalast” lustig zu machen, und die ganze Band versuchte sich in krassen Rockerposen. Dann stimmten sie wieder ihren vierstimmigen Gesang an und zupften ihre großartigen Folksongs. Weder Musik noch Aussehen der Band deuteten auf das Jahr 2008 hin.

Donavon Frankenreiter verfolgte ich aus einiger Entfernung im Sitzen. Es war netter Pop zwischen Jack Johnson und Jason Mraz, aber ich musste ja eh meine Kräfte sparen.

Ben Folds live on stage

Denn dann kam Ben Folds auf die Bühne. Anders als zu Zeiten seines Trios Ben Folds Five war Folds diesmal tatsächlich zu fünft, um den Sound seines neuesten Albums möglichst originalgetreu auf die Bühne zu bringen. Entsprechend opulent klang das Ganze, dafür gab es – bei knapp fünfzig Minuten Spielzeit kein Wunder – keinerlei Improvisationen und auch keinen einzigen Ben-Folds-Five-Song. Dafür gab es von “Dr. Yang” und “Bitch Went Nutz” je gleich zwei Versionen — einmal die vom neuen Album und einmal die vom Fake-Album, das Folds zuvor über Tauschbörsen verteilt hatte. Es war ein (bis auf gelegentliche Textaussetzer) höchst professioneller Auftritt, und trotzdem fehlte etwas.

Travis live on stage

Dieses Etwas, das wir “Seele” nennen wollen, kam dann mit Travis auf die Bühne. Die rocken ja seit Neuestem wieder und klangen entsprechend stürmisch wie lange nicht mehr. Zwischen die neuen Songs und die umjubelten Hits der mittleren Phase hatten sie ein paar Uralt-Songs ins Set gepackt, darunter “U16 Girls”, das ich noch nie live gehört hatte, und “Falling Down”, das Fran Healy gleich mal inmitten des Publikums sang. Als sie dann im Zugabenblock noch “Flowers In The Window” nur mit Akustikgitarre (und ohne irgendeine Form von Verstärkung) spielten, war die Lagerfeueratmosphäre komplett und ich war mir sicher, das beste Travis-Konzert meines Lebens gesehen zu haben (es war mein fünftes insgesamt). Auch die zwischendurch aufkommende Frage, warum man sich überhaupt noch Livekonzerte (und mit ihnen ein oft nervtötendes Publikum) antun muss, wurde in dem Moment beantwortet, als ich einen älteren Herrn, der mich an meinen früheren Mathelehrer erinnerte, bei Travis strahlend im Takt wippen sah. Sowas sieht man im Fernsehen ja nie.

Vor der Halle wurde ich dann aber wieder von der kalten Essener Realität eingeholt, als ich feststellte, dass der Nachtbus mitnichten an der Haltestelle “Messe/Gruga” abfuhr, an der ich stand, sondern offenbar an einer namensgleichen irgendwo anders. (Es sei hier nur noch einmal daran erinnert, dass das Ruhrgebiet und Essen insbesondere in dreizehneinhalb Monaten “Kulturhaupstadt Europas” genannt werden wollen und Gäste aus der ganzen Welt erwartet werden. Da wäre es natürlich hilfreich, wenn sich auch fremdsprachige Besucher in dieser Katastrophe von Städtebau und ÖPNV bewegen könnten — etwas, was heute nicht mal Anwohnern der Nachbarstädte gelingt.)

Am Wochenende 6./7. Dezember wird die “Rockpalast”-Nacht von gestern im WDR Fernsehen ausgestrahlt.

Kategorie: Rock'n'Roll High School, Social Distortion | Kommentare (9)

Raiders of the lost fart

Von OliverDing am Freitag, 21. November 2008 22:44

Es ist möglicherweise nicht die neueste Idee, dieses komische Fernsehen 2.0 im Internet zu benutzen. Alles mögliche ist da zu sehen. Und auch vieles Unmögliches. Es gibt sogar wirklich lustige Dinge dort zu sehen. Die einzige wirklich komische Form von Humor fand allerdings eher inoffiziell statt. Die Briten drücken das so aus:

For 3 years you YouTubers have been ripping us off, taking tens of thousands of our videos and putting them on YouTube.

Das macht sauer. Richtig sauer.

We know who you are, we know where you live and we could come after you in ways too horrible to tell. [...] No more of those crap quality videos you’ve been posting.

Aber zum Glück machen Monty Python alles richtig und stellen rechtzeitig zur Eröffnung des Musicals “Spamalot” einen eigenen YouTube-Channel ins Netz. Endlich ansehliche Schnipsel aus Monty Python’s Flying Circus oder den Filmen. Man findet das Ministry Of Silly Walks und die Argument Clinic, das Killer-Kaninchen und den schwarzen Ritter. Wunderbar. Bitte bald noch mehr davon.

Das ist zwar wie gesagt nicht die neueste Idee zu YouTube. Aber vielleicht die beste.

Kategorie: Digital Ist Besser, TV On The Radio | Kommentare (4)

Queensberry

Von Kathrin am Donnerstag, 20. November 2008 21:51

Heute abend ist der Name der neuen Popstars-Band bekannt gegeben worden. Queensberry soll die neue Girlgroup heißen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich perfekt einreihen werden in die Erfolgsgeschichte der restlichen Popstars-Bands. Vor allem, wenn es um den Namen an sich geht.

Wer erinnert sich nicht noch gerne an die No Angels und die in der gleichen Staffel entstandenen Bands Curly und Fresh’n'Juicy? Oder die herrlichen Bro’Sis, die Staffel, in der Ross Anthony so bekannt wurde, dass es immerhin für die Teilnahme am Dschungelcamp reichte? Besonders überzeugt war ich auch von Room2012, dem “heißesten Liveact Deutschlands” mit ihrem Justin-Timberlake-Soundalike-Song “Haunted”.

Ein besonderes Schmunzeln aber konnte mir Pro7 in dem Moment auf das Gesicht zaubern, als sie im Jahre 2004 den Bandnamen der Staffel bekannt gaben. Mit Nu Pagadi haben sie damals eine Band geschaffen, die mit “Sweetest Poison” nicht nur geradewegs auf den bereits abgefahrenen Dark-Rock-Zug aufgesprungen ist, sondern auch hieß wie ein ostdeutscher Brotaufstrich.

Die potentiellen Bandmitglieder freuen sich jetzt ungemein, bald vielleicht auch “eine Queensberry zu sein”. Wenn sie ähnlich erfolgreich werden wie ihre Vorgänger, sollte man vielleicht möglichst schnell Marmelade aus den Beeren machen, um sie den Produzenten direkt aufs Brot zu schmieren …

Kategorie: Rock'n'Roll High School, TV On The Radio | Kommentare (29)

Wenn ein Königreich zerfällt

Von Lukas am Donnerstag, 20. November 2008 1:17

Zum ersten Mal habe ich vor acht Jahren von Leona Naess gehört, als ihr Album “Comatised” erschien. Ihr fast perfekter Popsong “Charm Attack” hat es auf zahlreiche Kassettenmädchenkassetten geschafft, die ich über die Jahre aufgenommen habe. Dann habe ich lange nichts mehr von ihr gehört (also von Leona Naess jetzt, obwohl: auch von vielen Mixtape-Empfängerinnen).

Schon der erste Satz in ihrem Wikipedia-Eintrag klingt nach der ganz großen, ganz weiten Welt. Man möchte sie sofort kennenlernen:

Naess was born in New York City and raised in London. She is the daughter of Filippa Kumlin D’Orey, a Swedish-Brazilian interior designer and Arne Næss, Jr., a Norwegian mountaineer and business magnate.

Jetzt stelle ich fest, dass sie in der Zwischenzeit einige Alben aufgenommen und sie vor fünf Jahren mal mit Ryan Adams verlobt war — und mit dem zusammen hat sie eine besondere Version ihres Songs “Leave Your Boyfriend Behind” (“normale” Version hier) aufgenommen. Das Ergebnis kann man sich bei spin.com anhören.

Es ist ein spannender Song, der zwischen Jazz in den Strophen und Country im Refrain schwankt und der eine unglaubliche Dramatik entwickelt, wenn man um den persönlichen Hintergrund der beiden Künstler weiß.

Oder wie Peter Gaston bei spin.com schreibt:

“We’re not ready,” Leona Naess and Ryan Adams harmonize. “We’re not even close.” It’s one of those powerful lines that a saddened lover might post as a Facebook status update, or as an AIM away message.

But when sung by a formerly smashing couple, it weighs a ton.

Ich mag den Verweis auf die Statusnachrichten bei Facebook, die heutzutage all das Herumtelefonieren und “Aber sag’s erst mal keinem”-Sagen im Freundeskreis abgelöst haben. Irgendwann steht dann da “… is no longer listed as in a relationship” und die Sache ist zwar noch lange nicht durch, aber doch fast so offiziell wie die schriftliche Verkündung ihrer Verlobung, die meine Großeltern vor 54 Jahren noch an 500 Adressaten verschickt haben. (Ich habe dazu übrigens auch noch einen lesenswerten Artikel zum Thema relationship status gefunden.)

Doch ich gerate aus dem Gleise: Kaufen kann man die Duett-Version von “Leave Your Boyfriend Behind” leider nur als Bonustrack im amerikanischen iTunes-Store. Auf der CD-Version, die auch in Deutschland erhältlich ist, fehlt sie.

[via Visions]

Kategorie: Digital Ist Besser, Rock'n'Roll High School | Kommentare (2)

Wehrmacht denn sowas?

Von Lukas am Mittwoch, 19. November 2008 23:46

Manchmal sitze ich vor meinem Computer und spüre eine ganz merkwürdige Mischung aus Paranoia, Größenwahn und Fassungslosigkeit in mir aufsteigen.

Denn warum haben so viele Menschen ein so ungesundes Interesse daran, in meine (inzwischen nicht mehr ganz so) kleine Nazi-Vergleichs-Liste aufgenommen zu werden?

In den letzten Wochen gab es es ein regelrechtes Wettrennen um den seltsamsten Vergleich zur Nazi-Zeit.

schreibt “Spiegel Online” heute weiter unten in einem Artikel, der oben so aussieht:

Kubicki krawallig: FDP-Politiker vergleicht Pisa-Reaktion mit Wehrmachtsparolen. Im Wettstreit um den dümmsten Vergleich mit der Nazizeit hat Wolfgang Kubicki gepunktet: Den FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein erinnern Pisa-Reaktionen der Kultusministerin an "Durchhalteparolen des Oberkommandos der Wehrmacht". Damit sorgte Kubicki für einen saftigen Eklat.

[mit Dank an Jens, mspro und Niels]

Kategorie: Digital Ist Besser, Political Science | Kommentare (5)

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