Beiträge vom August, 2008

Der Weg ist das Ziel (2)

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. August 2008 11:55

Ich muss an meinem Timing arbeiten. Meistens läuft es so: Ich rege mich über mangelnden Service eines ehemaligen Staatsbetriebs auf, tippe schon mal den Blogeintrag, möchte aber auch noch die Gegenseite hören. Also schreibe ich eine E-Mail an die Pressestelle, denke nach vier antwortlosen Arbeitstagen, dass darauf niemand mehr reagieren wird1 und stelle den Beitrag online. Und dann kommt kurze Zeit später die Antwort des Unternehmens.

Das war im Mai bei DHL so (Teil 1, Teil 2) und es ist auch jetzt bei der Deutschen Bahn wieder so.

Lesen Sie also erst, worüber ich mich diesmal aufgeregt habe, und dann die Antwort des “Zentralen Kundendialogs”2:

Sehr geehrter Herr Heinser,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 28. Juli dieses Jahres an Herrn [...]. Wir wurden gebeten, Ihnen zu antworten.

Es tut uns leid, dass Ihre Reise nach Amsterdam und zurück nicht reibungslos verlief. Die internationale Verbindung Frankfurt – Amsterdam wird von Fahrzeugen bedient, die besondere technische Eigenschaften haben müssen, damit sie auch im Ausland eingesetzt werden können. Diese Fahrzeuge sind auf das für den planmäßigen Betrieb unter Einrechnung von Reserven erforderliche Maß begrenzt. In Ausnahmefällen kann es jedoch vorkommen, dass durch kurzfristige Fahrzeugausfälle nicht mehr alle Zugleistungen gefahren werden können. In solchen Fällen kommen Ersatzmaßnahmen zum Tragen wie z. B. vorzeitiges Wenden von Zügen in Utrecht oder Arnhem inklusive Benennung von alternativen Fahrmöglichkeiten. Hier handelt es sich um Ausnahmen, die nicht jede Woche auftreten und insofern mengenmäßig schlecht quantifizierbar sind.

Die beiden Fälle, die zeitlich dicht beieinander lagen, ereigneten sich in einer Phase mit erhöhtem Fahrzeugschadstand. Am 23. Juli war der vorgesehene Triebzug bei Bereitstellung in Amsterdam nicht einsatzfähig und konnte erst zwei Stunden später eingeschränkt verwendet werden. Die Fahrt am 25. Juli konnte erst in Arnhem beginnen, weil an diesem Tag ein Fahrzeug weniger zur Verfügung stand.

Sehr geehrter Herr Heinser, Sie können sicher sein, dass diese beiden Vorfälle Ausnahmen und nicht die Regel darstellen. Gemäß unseren Passagierrechten haben Sie bei Verspätung eines Fernverkehrszuges von über 60 Minuten Anspruch auf einen Gutschein im Wert von 20 Prozent des Fahrkartenwertes. Falls Sie dies noch nicht in Anspruch genommen haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung und Übersendung einer Kopie Ihrer Fahrkarte an die unten genannte Adresse (gerne
auch per Fax oder E-Mail), wir werden Ihnen dann einen entsprechenden Gutschein zusenden.

Wir freuen uns, wenn unsere Ausführungen die Hintergründe verdeutlichen konnten und hoffen, dass Ihre zukünftigen Reisen so verlaufen, wie Sie und auch wir uns dies wünschen – angenehm und pünktlich.

Mit freundlichen Grüßen

Das ist ja nett und aufschlussreich. Für mich als Laien faszinierend ist, dass ein Fahrzeug weniger offenbar schon zu so einem riesigen Chaos führen kann. Aber das ist ja irgendwie auch verständlich: diese Züge sind sicher sehr teuer in der Anschaffung, ungenutzte Züge kosten doppelt und falls man doch mal einen Ersatzzug über hat, dann vermutlich am anderen Ende der Republik. Man kennt das ja aus dem eigenen Haushalt.

Sprachlich interessant finde ich übrigens die Binnenanrede im vorletzten Absatz. Ich hab sowas noch nie gelesen – außer im Schreiben von DHL. Vermutlich handelt es sich dabei um einen über Jahrzehnte entwickelten und erprobten Tipp aus dem “Ratgeber für Kundenbeschwichtigungsbriefe”.

  1. Ich bin ja auch nicht so größenwahnsinnig und erwarte das allen Ernstes – ich halte es nur für ein Gebot der Fairness, ihnen die Möglichkeit einer Stellungnahme einzuräumen. []
  2. Ist das nicht ein wunderbarer Name? Wolf Schneider echauffiert sich immer über den “Service Point” der Deutschen Bahn. Dass das selbe Unternehmen einen “Zentralen Kundendialog” hat/beschäftigt/führt, verschweigt er jedes Mal. []

Some Kind Of Bad Idea

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 3. August 2008 15:31

Metallteil mit der Aufschrift \"Heavy Metal\"

In Sachen Promotion lassen sich Plattenfirmen gerne ausgefallene Sachen einfallen. Je größer die Verzweiflung, desto kreativer ist meist ihr Vorgehen. Musikredakteure erinnern sich gerne an den Eimer Kunstblut, der einst bei der Promo-CD irgendeiner Metalband mitgeliefert wurde, und auch die Idee, im Herbst 2001 – auf dem Höhepunkt der Anthrax-Panik – mit weißem Pulver befüllte Briefumschläge zu verschicken, ist (nicht nur wegen der daraus resultierenden riesigen Sauerei in den Redaktionen) unvergessen. Im Gegensatz übrigens zu der Band, die damit beworben werden sollte.

Ich bin kein großer Metallica-Fan. Irgendwie fehlte mir dafür immer der ältere Bruder und auch zum Gitarrespielen hat mich nicht Kirk Hammett gebracht, sondern Andy Dunlop von Travis. Wenn es um amerikanische Rockmonster geht, greife ich lieber zu Guns N’ Roses, und am Besten gefällt mir von Metallica immer noch das Album “Load”, das von echten Fans soweit ich weiß nicht sehr gemocht wird. Aber im Fernsehen sehe ich mir Metallica gerne mal an, sei es bei “Rock am Ring” oder in der unglaublich beeindruckenden Dokumentation “Some Kind Of Monster”, die einem die Band allerdings nicht unbedingt weiter sympathisch macht.

Zur Vorab-Promotion des neuen Metallica-Albums “Death Magnetic” (es gibt nicht viele Bands, die im Jahr 2008 ihr Album ernsthaft so nennen dürfen) hat sich Vertigo FM, unter dessen Label nach etlichen Umstrukturierungen bei Universal Music “Death Magnetic” offenbar in Deutschland erscheinen wird, dazu entschieden, ein “German Tribute To Metallica” aufzulegen, bei der fünf deutsche Bands aus dem Vertigo-Lager alte Metallica-Hits covern. Bereits an dieser Stelle wäre wohl die Frage berechtigt, ob James Hetfield und vor allem Lars Ulrich eigentlich wissen, auf was für kranke Ideen ihr deutsches Label so kommt, denn Metallica sind ja nun nicht unbedingt die Band, die man dem Publikum noch mit crazy Aktionen vorstellen müsste.

Eröffnet wird der Reigen – und jetzt wird’s fatal – ausgerechnet mit meinem Metallica-Lieblingssong “Hero Of The Day”, gecovert ausgerechnet von meinen guten Freunden, den Kilians. Und das ist, bei aller Freundschaft, wirklich gewöhnungsbedürftig: Die Strophen sind so nah am Original, dass sich der direkte Vergleich mit aller Brutalität aufdrängt – und da hat Simon den Hartogs im Vergleich zu James Hetfield einfach noch zu wenig Jahre auf dem Buckel und zu wenig Whiskey in der Kehle. Im Refrain wagt die Band dann mehr, setzt auf ihren eigenen Sound und schafft es mit etwas gutem Willen immerhin noch bis zum Qualitätsurteil “nett”. Trotzdem bleibt es ein Fall für die Kategorie “Obskur, aber unnötig”.

Wenn allerdings schon die sonst so guten Kilians an Metallica scheitern, bin ich mal gespant, was bei den anderen Bands herumkommen soll. Die werden im Moment noch geheimgehalten, aber von den anonymisierten Fotos auf der Website würde ich mal davon ausgehen, dass Muff Potter auf alle Fälle auch noch mit dabei sind. Vielleicht klappt’s ja bei denen.

Unter tribute-to-metallica.de muss man sich für ein paar Newsletter anmelden, dann kann man “Hero Of The Day” von den Kilians und alle zukünftigen Songs kostenlos herunterladen.

Heucheln wird olympisch

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 2. August 2008 15:08

Ich liebe es, Sport im Fernsehen zu gucken. Ich selber betreibe außer Treppensteigen gar keinen Sport, aber anderen dabei zuzusehen, macht mir Spaß. Gerade die Olympischen Spiele, bei denen man so außergewöhnliche Disziplinen wie Tontaubenschießen, Dreisprung oder (im Winter natürlich) Curling zu sehen bekommt, begeistern mich immer wieder. Außerdem werden sie meistens von Sportreportern kommentiert und nicht von Steffen Simon, Bela Réthy oder Reinhold Beckmann.

In diesem Jahr weiß ich echt nicht, ob ich mir die Olympischen Spiele im Fernsehen ansehen soll. Nicht nur, weil sie wegen der Zeitverschiebung zu etwas anstrengenden Zeiten übertragen werden, die ganze Aktion kommt mir von vorne bis hinten missglückt vor.

Da ist zunächst einmal China, von dem ich gerne glaube, dass es ein tolles, spannendes Land ist, das aber auch von einem völlig indiskutablen Regime geführt wird. Hinzu kommt das Internationale Olympische Komitee, bei dem ich mich mittlerweile frage, ob man dort eigentlich nur Mitglied werden kann, wenn man seinen letzten Rest Selbstachtung vorher an der Garderobe abgegeben hat. Allerspätestens, als die internationalen Journalisten (entgegen vorheriger Zusagen) keinen freien Zugang zum Internet erhielten, hätte es ein Donnerwetter geben müssen – doch das IOC zuckte nur mit den Schultern und die Journalisten arbeiteten unter Protest weiter.

Den Athleten sind während der Spiele nicht nur politische Äußerungen, sondern auch jegliche kommerzielle und journalistische Tätigkeit verboten – ein im Prinzip ehrenwerter Gedanke, sozusagen der letzte Rest der olympischen Idee von Pierre de Coubertin. Leider wirkt das einigermaßen verlogen vor dem Hintergrund, dass die olympischen Spiele in Peking eine einzige politische Demonstration des Gastgeberlandes waren, sind und sein werden, und die Spiele selbst ein Milliardenschweres Marketingprodukt sind.

Ja, sagt dann das IOC, aber ohne die Sponsoren wären doch die schönen Olympischen Spiele gar nicht möglich. Das stimmt natürlich auch. Es geht ja auch gar nicht um die Sponsoren, es geht darum, dass das IOC mit erschütternder Vehemenz die Sonderrolle seiner Spiele verteidigt und so tut, als handele es sich dabei um ein Event mit einem höheren ethischen Wert als jedes andere kommerzielle Großereignis.

Zugegeben: “Wir treffen uns hier alle vier Jahre, nicht immer in Ländern, in denen wir gerne selbst leben würden, wir machen Werbung für ungesundes Fast Food und totalitäre Regimes, ein paar von uns werden wieder versuchen zu bescheißen (und womöglich damit durchkommen), aber wir wollen mal sehen, das wir das Beste draus machen und ein bisschen Spaß haben” ist ein etwas mittelprächtiger Wahlspruch, aber bei “Rock am Ring” faselt doch auch niemand vom “musikalischen Geist”.

Von den Sportjournalisten ist leider nichts zu erwarten, wie Christian Zaschke (selbst Sportjournalist) in seinem sehr empfehlenswerten Artikel für die “Süddeutsche Zeitung” feststellt. Wer bei den letzten beiden Fußballgroßereignissen gleichermaßen mantrahaft und orgiastisch immerzu vom “Sommermärchen” faselte, wird jetzt wohl kaum plötzlich kritische Fragen stellen.

Aber würde sich irgendwas ändern, wenn ich, wenn Millionen nicht einschalten würden? Ich würde den Olympiasieger im Bogenschießen nicht kennenlernen, obwohl er und seine Kollegen die Aufmerksamkeit sicher wenigstens einmal in vier Jahren verdient hätten. ARD und ZDF würden wohl nicht einmal darüber nachdenken, ob man wirklich Unsummen von Gebührengeldern in eine solche Riesenveranstaltung investieren muss, oder ob das komplett Werbefinanzierte Privatfernsehen nicht eher der natürliche Lebensraum für derartiges Event-TV wäre. Olympische Spiele gehören für sie zur Grundversorgung – auch so ein hehres Wort.

Der Weg ist das Ziel

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. August 2008 19:43

Arnhem Central

Ich war ja in Amsterdam. Das Hinkommen war allerdings ein bisschen knifflig, das Wegkommen noch mehr.

Und das kam so:

Am Mittwoch, 23. Juli Uhr bestieg ich um 09:35 Uhr in Oberhausen den ICE International 226 nach Amsterdam – dort sollte er allerdings nie ankommen, da kurz vor Utrecht allen Fahrgästen per Durchsage mitgeteilt wurde, der Zug werde heute nur bis Utrecht fahren. Etliche Leute mussten mit ihrer Arbeit aufhören, die sie sich für die 110-minütige Fahrt vorgenommen hatten (ich nur mit dem Gucken von DVDs), die Familie am Nebentisch, die sich auf einem Tagesausflug nach Amsterdam befand, begann ihr Besuchsprogramm im Geiste zusammenzustreichen. In Utrecht wurde unser Zug sofort nach Einfahrt zu einem ICE nach Frankfurt (Main) umdeklariert, der allerdings auch schon einiges an Verspätung hatte. Außerdem hätte er eigentlich aus Amsterdam abfahren sollen und eben nicht aus Utrecht. Wir aber stiegen in einen niederländischen Intercity (was ungefähr unseren Regionalexpressen entspricht) und kamen mit etwa 25 Minuten Verspätung in Amsterdam an.

Am Freitag, 25. Juli sollte der ICE International Richtung Frankfurt um 18:34 Uhr in Amsterdam Centraal losfahren. Eine dreisprachige Durchsage informierte mich und die anderen Fahrgäste darüber, dass der Zug heute erst ab Arnhem fahren werde – wir mögen bitte mit dem Intercity um 18:22 Uhr bis dort fahren. Man machte sich Sorgen, ob wir den ICE denn in Arnhem überhaupt erreichen würden – erst spät kamen Durchsagen, dass der ICE dort auf uns warten würde.

Er hätte nicht warten brauchen, denn wir erreichten Arnhem so, dass ein Wechsel in den dort für 19:37 Uhr eingeplanten ICE problemlos möglich gewesen wären – allein der ICE war nicht da. Er wende gerade, erklärte das ebenfalls wartende DB-Bordpersonal. Schließlich konnten wir ihn alle sehen, aber er kam nicht, weil vorher noch mehrere Regional- und Güterzüge den Bahnsteig passieren mussten. Mütter brachen vor ihren Familien in Tränen aus, Studenten mit Interrailtickets (für die es sich offenbar auszahlt, mit den Lehren des Zen-Buddhismus vertraut zu sein) überschlugen grob, ob sie Salzburg noch vor der Wiederkehr Christi erreichen würden.

Als der Zug schließlich einfuhr gab es tumultartige Szenen, wie man sie sonst nur aus Zombiefilmen der 1970er Jahre kennt. Mit vierzig Minuten Verspätung fuhr der ICE schließlich aus Arnheim los – und kam nach wenigen Minuten wieder zum Stehen. Von den ersten vierzig Minuten nach der Abfahrt verbrachten wir insgesamt 24 Minuten auf offener Strecke stehend, weil die langsamen Güterzüge, die wir im Bahnhof Arnhem noch hatten an uns vorbeifahren sehen, nun direkt vor unserem ICE waren. Ich begann zu ahnen, dass die wirklich anspruchsvollen Aufgaben der Diplomatie eher mit grenzübergreifendem Schienenverkehr zu tun hatten und weniger mit Atombomben und Gefangenenaustauschen.

In den Durchsagen wurde den Reisenden vage in Aussicht gestellt, dass ihre Anschlusszüge auf sie warten könnten – was eine völlige Sprengung des Fahrplans in halb Mitteleuropa zur Folge gehabt hätte. Auf Deutsch und Holländisch (schade für die vielen Amerikaner) wurde schließlich angekündigt, dass es für jeden Fahrgast ein kostenloses alkoholfreies Getränk gebe. Bis Oberhausen schaffte es unser Zug noch auf beeindruckende 73 Minuten Verspätung – bei 110 Minuten geplanter Reisezeit, wohlgemerkt.

Man muss sich folgendes noch mal vor Augen halten:

  • Der ICE nach Amsterdam fuhr am Mittwoch Mittag nur bis Utrecht.
  • Der ICE aus Amsterdam fuhr am Mittwoch Mittag erst ab Utrecht.
  • Der ICE aus Amsterdam fuhr am Freitag Abend erst ab Arnhem.
  • Der ICE nach Amsterdam fuhr am Freitag Abend offenbar nur bis Arnhem.

Bei dieser Summe von Einzelfällen innerhalb eines sehr überschaubaren Zeitrahmens klopft natürlich schon die Frage an, ob es eigentlich eher die Ausnahme oder die Regel ist, dass die ICEs auf dieser Strecke bis zu ihrem geplanten Ziel bzw. von ihrem geplanten Start fahren.

Bei der Deutschen Bahn AG war man bisher nicht Willens und/oder in der Lage, mir diese Frage zu beantworten hat man ausführlich auf meine Frage geantwortet. Nachzulesen hier.

"ca. 60 Minuten später"_ title=

Links liegengelassen

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. August 2008 12:35

Dass zoomer.de, das angeblich ach so zweinullige Nachrichtenportal der Holtzbrinck-Gruppe, ausgerechnet seine Internet- und Computerthemen bei Golem.de einkauft rauskopiert, könnte man natürlich ein bisschen peinlich finden. Aber besser, man holt sich externes Fachwissen, als man dilettiert intern.

Schon etwas peinlicher ist es da, im Artikel über das runderneuerte del.icio.us konsequent auf einen Link zu der besprochenen Seite zu verzichten – anders übrigens als im Originalartikel bei Golem.

Wie 2.0 zoomer.de – und vor allem seine Leserschaft – wirklich ist, kann man schön an den Kommentaren zu diesem Artikel über Twitter ablesen.

Warum Fran Healy so gut schläft

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. August 2008 9:42

Ich bin seit Jahren großer Fan von Travis. Nicht nur, dass die Musik (beinahe) immer toll ist, Fran Healy sagt auch von Zeit zu Zeit sehr kluge Sachen, von denen man sich wünscht, es würden die betreffenden Leute zuhören.

Zum Beispiel aktuell zu einem Fall, den man bei torrentfreak.com nachlesen kann: Travis hatten zur Verbreitung des neuen Songs “J. Smith” per MP3 aufgerufen – wie man das eben heutzutage so macht. Plötzlich meldete sich die IFPI, die International Federation of the Phonographic Industry, bei Kevin, der den Song in seinem Blog So Much Silence gehostet hatte, und forderten ihn zur Löschung auf. (Das heißt: genau genommen forderten sie ihn auf, einen Song von Hercules And Love Affair zu löschen, weil sie sich da wohl irgendwie mit der Zuordnung vertan hatten.) Kevin schrieb Fran Healy an, der prompt reagierte und klar stellte, dass der Song weiter verbreitet werden soll. Die IFPI, die ja angeblich im Namen der Künstler gegen das Unrecht in der Welt kämpft, musste zugeben, von einer solchen Genehmigung nichts mitbekommen zu haben.

Und auf Anfrage von torrentfreak.com legte Fran dann richtig los:

With a view to music, the internet is like radio. The only major difference is that, at the moment, I don’t get a PRS payment everytime my song is listened to.

The problem is, the business is trying to fit old rules on a new model. Like trying to fit the square peg in the round hole. I think someone has to sit down and re-write the rules for the new model.

[...]

As far as illegal filesharing goes. There are people who will buy albums and people who will record them off friends. If you took away the Internet this would still happen so I don’t lose any sleep. Goodnight.

Jetzt müsste er das nur noch irgendwie seinen Plattenbossen verklickern.

Ach, und runterladen können Sie “J. Smith” jetzt hier – ganz legal und mit Einwilligung des Künstlers. (Das Album “Ode To J. Smith” können Sie sich bei Gefallen dann ab dem 26. September kaufen.)

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