Räuber und Gedärm
Von Lukas Heinser am Dienstag, 22. Juli 2008 18:32
Kategorie: Auf Achse, Somebody Told Me
Es gibt gute Gründe, keine Bank zu überfallen. Der naheliegendste: darauf stehen hohe Strafen. Wenn man nicht sofort erwischt wird, wird man in “Aktenzeichen XY … ungelöst” von einem schlechten Laienschauspieler porträtiert, der der Meinung ist, wildes Herumgefuchtel und ein alberner Akzent täten seiner Rolle gut. Sollte man die Haft endlich hinter sich gebracht haben, ist längst noch nicht alles vorbei: es drohen Einladungen zu Beckmann und/oder Kerner, die man auch noch annehmen muss, weil man das Geld braucht. Möglicherweise wird es auch unmöglich, jemals nochmal ein Konto zu eröffnen.
Bei mir kommt ein ganz praktischer Grund dazu.
Auf der Durchreise im Duisburger Hauptbahnhof dachte ich mir, ich geh noch mal eben Geld abheben. Direkt am Hinterausgang liegt nämlich eine Volksbank. Da ging ich mit Rucksack und Reisetasche hinein, holte etwas Geld aus der Wand und wollte beschwingten Schrittes, weil Coldplay im Ohr, meinen Weg fortsetzen. Mit meiner Reisetasche in der Hand trat ich auf die Straße und verhedderte mich im herunterhängenden Trageriemen. Ich stolperte, verhinderte einen Sturz, sah dabei aber sicher nicht sonderlich elegant aus. Dann ging ich noch einen Schritt, hatte aber nicht bemerkt, dass sich mein Fuß immer noch in dem verdammten Riemen befand, und stolperte erneut. Dicke Kinder starten mich mitleidig an und für einen Moment befürchtete ich, mein altes Bundesjugendspieltrauma würde wieder hervorbrechen.
Zum Glück gibt es im Duisburger Hauptbahnhof einen der besten Bäcker der Republik. Rhabarbertörtchen sind eine ganz hervorragende Nervennahrung.
Dienstag, 22. Juli 2008 19:19
Du liegst Dich mit Deiner Aktion in der Durchschnittsgeschicklichkeit vieler Bankräuber. Ich habe mal gelesen, dass die meisten sich erst Gedanken über den Fluchtweg machen wenn sie mit der Plastiktüte voller Geld vor der Bank stehen und die Sirenen der Polizei hören.
Dienstag, 22. Juli 2008 19:40
Hast du nicht mal überlegt, ob es was mit Coldplay zu tun hatte? Nur so …;-)
Dienstag, 22. Juli 2008 22:14
das selbe unglück zweimal direkt hintereinander – ein klassisches alltagsphänomen, ganz besonders in der öffentlichkeit.
Mittwoch, 23. Juli 2008 5:11
“…Gedanken über den Fluchtweg machen…”
Hey, der Laie plant, das Genie improvisiert.
Mittwoch, 23. Juli 2008 15:14
Trottel! möchte man da ausrufen.
Mittwoch, 23. Juli 2008 21:08
nachdem ich einmal 2 stunden am duisburger hbf auf einen anschlusszug warten musste, erscheint mir “auf die fresse legen” noch das spannendste, was man dort machen kann…
Samstag, 26. Juli 2008 15:06
Oups. Das erinnert mich, dass ich Va Banque seit Unzeiten schon endlich in meine Blogroll einwerfen wollte. Leseempfehlung, grade auch das zugehoerige Buch :)