“RP Online” greift ins Klo

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 13. März 2008 1:47

In den USA musste eine Frau operativ von ihrer Klobrille getrennt werden, weil sie zwei Jahre lang auf ihrer Toilette gesessen hatte und mit dieser verwachsen war. Es ist eine merkwürdige Geschichte, die vermutlich mit ernsthaften psychischen Problemen zusammenhängt, und über die man sich deshalb nicht weiter auslassen und schon gar nicht lustig machen sollte.

Anders als “RP Online”, wo man es offenbar für nötig hielt, das Thema mit den folgenden journalistischen Zusatzinformationen noch zu vertiefen:

“RP Online” greift ins Klo

Nachtrag, 12:45 Uhr: Huch! Die drei Bildergalerien sind aus dem Artikel verschwunden – und durch “20 schier unglaubliche Meldungen” ersetzt worden …

6 Kommentare

  1. moritz
    13. März 2008, 7:59

    wenn man etwas weiter nach dem fall sieht, bemerkt man, wie gut wir es mit dem deutschen journalismus trotz allem haben:

    “Police have declined to release the couple’s names, but the house where authorities say the incident happened is listed in public records as the residence of Kory Mc*. No one answered his home phone number.”

    Zitat Associated Press auf kansascity.com, das Sternchen ist von mir, im Original steht der volle Name.

  2. Dr. Dean
    13. März 2008, 14:10

    Ich glaube, mit postoperativen Ansichten dieses Hinterns könnte man – sofern man BILD zur großflächigen Veröffentlichung zwänge – die Käuferzahl eines Hamburger Boulevardschmierblattes angemessen senken.

    Alles hat sein Gutes. Theoretisch.

  3. ruhrpottjunge
    14. März 2008, 12:14

    Im Ernst: Muss man denn immer auf alle und alles Rücksicht nehmen? Darf man nicht mal lachen, wenn eine Frau zwei Jahre lang auf dem Klo sitzt? Schwere Kindheit hin oder her: Die meisten stehen trotzdem nach zwei Stunden auf dem Klo wieder auf.

    Ich versuch mir gerade die “ganz normale Beziehung” vorzustellen, die sie mit ihrem Mann auf der Schüssel geführt haben will.

  4. Ein Journalist
    20. März 2008, 16:04

    Ich würde auch sagen: Immer schön die Augen offen halten, damit man auch ja dauernd was zu meckern hat. Absolut belanglose Meldung und für die Ethik im Journalismus absolut nichtssagend. Meinetwegen können die da noch 1000 Klosprüche mehr veröffentlichen.

  5. Oliver Ding
    20. März 2008, 21:57

    Was haben unfreiwillige Komik bitte mit Ethik bzw. schmunzelndes Bloßstellen mit Meckern zu tun?

  6. Lukas
    21. März 2008, 10:30

    @Ein Journalist: Wissen Sie, was ich faszinierend finde? Immer wieder hört man Journalisten gegen dieses fiese Internetz wettern, wo sich alle anonym Pest und Cholera an den Hals wünschen. Aber hier in den Blogkommentaren sind es dann vor allem Journalisten, die anonym bleiben wollen.

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