Schutzbehauptungen
Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. Januar 2008 23:05

In der morgigen “FAZ” findet sich eine Reportage von Judith Lembke, die sich drei Monate nach der Einführung des Rauchverbots in Hessen in Frankfurter Kneipen umgesehen hat.
Auch wenn ich – wie bereits beschrieben – Nichtraucher bin und sehr entschieden etwas dagegen habe, wenn fremde Leute meine Klamotten und meine Gesundheit ruinieren wollen, muss ich doch feststellen, dass das Nichtraucherschutzgesetz offenbar wieder sämtliche Qualitäten der großen Koalition vereint: Am Leben vorbei, übers Ziel hinausschießend, allenfalls zur Hälfte durchdacht und (wie so oft) nicht so ganz mit der Verfassung vereinbar:
Die Lokale, die nur aus einem Schankraum bestehen und keine Möglichkeit haben, besondere Raucherzonen auszuweisen, sind besonders stark vom Gästeschwund betroffen. Da dort ein generelles Rauchverbot herrscht, weichen die rauchenden Gäste auf Kneipen aus, wo sie sich auch weiterhin die Zigarette zum Feierabendbier genehmigen können. Und der Raucher, der seinem Stammlokal die Treue hält, trinkt weniger, weil er zum Rauchen nicht in die Kälte, sondern lieber wieder nach Hause geht.
Es sieht also so aus, dass die Wirte kleiner Eckkneipen, die in einigen Fällen sogar Besitzer der Immobilie sein mögen, ihren Kunden in ihren eigenen vier Wänden das Rauchen verbieten müssen, wenn sie keinen abtrennbaren Nebenraum haben. Und das wollen sich die meisten rauchenden Kunden natürlich nicht antun.
Sicher: Ich würde keine Raucherkneipe aufsuchen, aber das müsste ich ja auch nicht, solange es für mich Nichtraucherkneipen gäbe. Die allerdings hätte es auf freiwilliger Basis schon lange geben können und ich kenne bis heute keine einzige. Und damit befinden wir uns mitten drin in einem Dilemma, das so undurchschaubar scheint, dass ich die Erstellung einer Pro- und Contra-Liste für ein probates Mittel erachte:
Pro Rauchverbot in Kneipen
- Rauchen ist ungesund. Wenn nur ein Mensch mit dem Rauchen aufhört, weil er sich den Gang vor die Tür nicht mehr antun will, ist das ein Gewinn. Auch für die Krankenkassen, deren Finanzierung immerhin auch durch Nichtraucher erfolgt.
- Die Mitarbeiter müssen geschützt werden. In Deutschland gibt es Vorschriften zur Größe von Schreibtischen und der Beleuchtung in Büros, da erscheint es dringend angezeigt, Angestellte endlich vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen.
- Wo geraucht wird, muss häufiger renoviert werden. In Extremfällen kann auch der Wert der Immobilie sinken. Rauchen ist also eigentlich unverantwortlich, wenn es nicht in den (im juristischen Sinne) eigenen vier Wänden passiert. Rauchverbote wären demnach auch in Mietwohnungen und Raucherzimmern in gemieteten Gaststätten erforderlich.
- Es hat bisher kaum Nichtraucherkneipen auf freiwilliger Basis gegeben – und das, obwohl der Markt mit Sicherheit da wäre. Wenn sich der Markt nicht mehr selbst regulieren kann, sollte der Staat über eine Intervention nachdenken.
Contra generelles Rauchverbot
- Jeder erwachsene Mensch sollte selbst entscheiden können, was er mit seinem Körper macht: Marathon laufen, Pulsadern aufschneiden, Bart wachsen lassen, rauchen, trinken, Drogen nehmen. Ich hielte eine unaufgeregte Grundsatzdiskussion über die völlige Legalisierung aller berauschenden Stoffe für begrüßenswert, bin mir aber sicher, sie zeitlebens und hierzulande nicht mehr zu erleben.
- In den meisten Eckkneipen bedienen ein Besitzer und ein, zwei Angestellte, die nicht selten zur Familie des Besitzers gehören. Einer persönlichen Erhebung nach würde ich sagen, dass sämtliche (dauerhaften) Bedienungen in solchen Kneipen selbst rauchen.
- Es grenzt das Recht auf Berufsfreiheit ein, wenn Gastwirte per Gesetz zu Nichtrauchergastwirten gemacht werden. Möglicherweise verstößt es sogar wirklich gegen das Grundgesetz. Wer entscheiden darf, wie seine Kneipe aussieht, welches Bier dort ausgeschenkt wird1 und welche Musik dort läuft, sollte auch entscheiden dürfen, was darin im Rahmen der gesetzlichen Grenzen – wobei ich das Nichtraucherschutzgesetz natürlich ausgeklammert wissen will – erlaubt ist und was nicht. Hätte ich eine Kneipe, gäbe es dort keine “Gold”-Biere und keine Musik von Bryan Adams oder Revolverheld.
- Wenn die Nichtraucher nicht Willens oder in der Lage waren, sämtliche Gaststätten, in denen geraucht wurde, zu boykottieren (und dem Wirt das auch mitzuteilen), müssen sie sich die Frage gefallen lassen, wie wichtig ihnen ihr Anliegen war. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden und man kann es nie allen recht machen, wie meine Großmutter schon immer sagte.
- Im Gegensatz zu Zügen, Behörden, Konzerthallen und Kinos kann man sich seine bevorzugte Gaststätte selbst aussuchen. Nichts und niemand zwingt einen2, genau in eine Raucherkneipe zu gehen. 18 Jahre nach der Wiedervereinigung und in Zeiten einer immer weiter auseinander klaffenden sozialen Schere wäre eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Nachtleben nur konsequent.
- Rauchende, laut schnatternde Menschen vor einer Kneipe sind schlimmer als rauchende, laut schnatternde Menschen in der gleichen Kneipe – vor allem für die Anwohner. Wer über dem Eingang einer Gaststätte wohnt, wird Dank des Nichtraucherschutzgesetzes sein Fenster in diesem Sommer nachts geschlossen halten müssen.
- Zahlreiche Wirte wollen ihre Kneipen jetzt zu Vereinsheimen umwidmen und gründen eigens dafür Raucherclubs. Das Letzte, was Deutschland braucht, sind aber noch mehr Vereinsmeier und organisierte Wichtigtuer. Das wird Ihnen jeder Finanzbeamte, der die verdammten Jahresrechnungsberichte kontrollieren muss, bestätigen.
Die höhere Anzahl an Contra-Argumenten legt mir die Vermutung nahe, ich sei eher gegen ein generelles Rauchverbot. Ganz sicher bin ich mir da aber auch nicht. Dafür weiß ich, dass ich jederzeit einen eigenen Debattierclub nur mit mir gründen könnte. Mein Clubhaus wäre selbstverständlich rauchfrei.

5. Januar 2008, 3:19
zu con 1: Um mal Art. 2 GG grob und unscharf zusammen zu fassen: Du kannst tun und lassen, was du willst, solange du keinem anderen schadest. Letztere Grenze ist beim Passivrauchen erreicht. Es geht ja gerade nicht darum (wie dein Argument suggeriert) den Leuten das Rauchen insgesamt zu verbieten.
zu con 2: Es geht hier um Rechtssetzung, Gesetze müssen aber neben Einzelfallgerechtigkeit auch Rechtssicherheit bieten. Wie willst du dein Argument in dem Zusammenhang fruchtbar machen? Kein Rauchverbot, solange alle Angestellten selber rauchen? Wie viel müssen die rauchen, damit der zusätzliche Rauch keine Mehrbelastung darstellt? Ist es gerechtfertigt, jemanden, der einmal die Woche privat raucht, zehn Stunden die Woche beruflich Rauch auszusetzen? Wo ist die Grenze, wer soll sie wie im Einzelfall in der Praxis feststellen?
zu con 3: Mal abgesehen davon, dass das Gesetz m.E. sehr wahrscheinlich nicht verfassungswidrig ist: Dein Vergleich mit Bier/Musik trägt nicht, denn man mag Revolverheld zwar für eine akustische Luftverpestung halten, langfristige Folgen hat deren Konsum aber gesundheitlich für die Gäste wohl nicht :) Der Schutz der Berufsfreiheit dient im übrigen nicht dazu, den Bürger vor jeglicher Veränderung der Wettbewerbsbedingungen zu schützen (wie es hier der Fall ist, denn mittelbar werden größere Läden mit abtrennbaren Räumen bevorzugt).
zu con 4: Die Nichtraucher äußern sich gerade durch den demokratisch legitimierten Gesetzgeber, das ist wohl “sprechend” genug. Du verkennst zudem die Lagerstärken, die ein öffentlich wirksames “sprechen” erst ermöglicht: Während die Tabaklobby seit Jahrzehnten gut aufgestellt ist haben es dagegen gerichtete NGOs ziemlich schwer. In Verbindung mit deinem vorangegangenen Argument ist es zudem wertungsmäßig schwer verständlich, wieso du für die Wirte die Freiheitsrechte des GG zitierst, jetzt aber für die betroffenen Bürger deren staatlichen Schutzanspruch von einer Art Ausschlußfrist abhängig machen willst.
zu con 5: Lustig ist, dass du selbst den “Zwang” hier rein metaphorisch definierst, aber nicht erkennst, dass ein ähnlicher Zwang wie “bestimmtes Konzert nur in einer Halle” darin liegen kann, dass eine Gruppe von Nichtrauchern und Rauchern eine Kneipe aufsuchen will. Sind nun die Raucher in der Mehrzahl, möchten die Nichtraucher aber nicht den Abend allein verbringen, werden sie – mit dem von dir beschriebenen metaphorischem Zwang – den Rauchern auch in ein Raucherlokal folgen. Dein Argument geht aber auch deshalb fehl, weil “Züge, Konzerthallen, Kinos” genauso (un)freiwillig aufzusuchen sind wie Kneipen – wer nicht in verrauchten Zügen sitzen will soll halt Autofahren! wer nicht in verrauchten Kinos sitzen will DVDs gucken! Es gibt nach dieser Argumentation überhaupt keinen privat-rechtlich organisierten Ort, an dem man rauchen tatsächlich verbieten könnte, und sei er noch so öffentlich zugänglich (Behörden passen in diese Kette nicht herein, weil sie nicht privat-rechtlich sind).
zu con 6: Zu laute Menschen vor Kneipen sind ein Problem, das es schon immer gab und immer geben wird. Dafür gibt es auch etablierte Instrumentarien (die mehr oder weniger gut funktionieren mögen; relevant ist alleine, dass dieses Argument qualitativ keine rauchverbotsspezifische Dimension hat, sondern höchstens quantitativ einen Unterschied machen kann).
zu con 7: Das will ich jetzt in der Hoffnung, dass es keine ernst gemeinte Güterabwägung darstellt, nicht weiter kommentieren.
(die Mailadresse ist valide)
5. Januar 2008, 10:23
Ich machs kürzer als mein Vorgänger:
Ich würde ohne zu zögern in deinen Debattierclub eintreten! Auch, weil das Clubhaus rauchfrei bleibt :)
5. Januar 2008, 10:38
Ich will mal ganz subjektiv auf die stringente juristische Logik da oben antworten:
Das größte Problem sind mit Sicherheit die rauchenden und schnatternden Gäste vor der Tür. Hier in BW ist das Rauchen in Gaststätten schon seit August verboten und da war es noch wärmer draußen, sodass das nachts betrunken draußen rumstehen weniger quälend war. Wohl aber für die Anwohner, definitiv. Und da kann mir keiner erzählen, dass das Problem vorher schon da war, denn ob einzelne Gruppen redend die Gaststätte verlassen oder permanent beim Rauche redend draußen stehen, ist für den Nachbarn schon ein Unterschied. Vor allem, nachdem sich diese Wärmepilze in den Innenstädten so inflationär ausgebreitet haben…
Weiterhin: Ich arbeite in einem Café, das rauchfrei ist und schon immer war. Abgesehen davon, dass uns ein Alleinstellungsmerkmal abhanden gekommen ist, hat die Verständigung immer geklappt: Raucher – ob Gäste oder Mitarbeiter – müssen nach draußen. Im Winter gibt’s auf den Bänken draußen Decken (wenn auch keine Wärmepilze), es ist alles machbar. Der Unterschied ist eben: Es ist ein Café, keine Kneipe, wir haben abends nicht offen (außer im Sommer und da ist’s eh egal) und wir verkaufen recht wenig Alkohol.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen ein Rauchverbot. Aber ich finde es für die Wirte schon problematisch, wenn sie nicht zumindest entscheiden können, ob sie Raucher- oder Nichtraucherkneipe sein wollen, besonders wenn sie Eigentümer der Immobilie sind, zumal man bedenken muss, dass so ein Kneipenumzug oder die Einrichtung einer neuen Kneipe sich im Bereich von mehreren 100.000 Euro bewegt… Und was macht ein 55jähriger Eckkneipenwirt, dem die Gäste wegbleiben? Ggf. könnte die Entscheidung auch in Abstimmung mit den Angestellten getroffen werden. Denn das Problem hat sich ja nichtsdestotrotz nicht erledigt: In Kneipen mit abgetrenntem Nebenraum sind diese weiterhin dem Rauch ausgesetzt, denn ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie darauf bestehen können, nur im Nichtraucherbereich eingesetzt zu werden.
Im Großen und Ganzen tatsächlich unausgereift, das Gesetz.
5. Januar 2008, 11:43
Ich wünschte, es wäre so leicht, sich aussuchen zu können, in welche Kneipe man geht. Denn hier in Aachen habe ich noch keine Kneipe, keinen Abendschuppen (um das mal etwas auszudehnen) gefunden, der das Rauch verbietet. Ich kann mir also nicht aussuchen, ob ich in einen Laden gehe, bei dem ich unter Nichtrauchern bin, oder doch lieber einen Rauchladen aufsuche. Es gibt /nur/ Rauchläden. (Ob das jetzt natürlich ein Zwang ist? Immerhin könnte ich auch zu Hause bleiben. Oder meine eigene Nichraucherkneipe aufmachen …)
Natürlich verstehe ich deine Argumentation, und das Gesetz mag tatsächlich unausgereift und lückenhaft sein, aber für mich ist die “örtliche Selbstbestimmung” (leider!) kein Contra-Grund.
Noch ein etwas abgehobeneres, übertriebenes Argument, PRO Rauchverbot:
Rauchen ist erwiesenermaßen Gesundheitsschädlich. Dazu macht es Luft stickig (meine alte Asthmatendenz lässt mich da immer schwer durchatmen), Kopfschmerzen und die Kleidung (und Haare) stinkig. Das alles sind Fakten. Jetzt, Trommelwirbel, das Argument: Welches Recht hat bitteschön /irgendjemand/ mir in einem öffentlichen Platz so einen großen Schaden zuzuführen? (Ja, dieses Argument lässt ‘Tradition’ und ‘Hat sich so entwickelt’ und ‘War nicht immer schlecht, ne?’ außen vor.) Ich mag es, mir mit Rasierklingen die Arme aufzuritzen. Bringe ich Rasierklingen mit in die Kneipe? Ich trage gerne Kleidung aus Asbest. Ich trage gerne hochradioaktive Armbanduhren. … Mit Vergleichen zu Argumentieren ist immer sehr polemisch und kritisch – aber es drückt doch relativ gut aus, wie man das Argument zu verstehen hat.
5. Januar 2008, 13:54
Bei meinem Besuch in Freiburg war ich begeistert,2 Stunden in einem Restaurant sitzen zu können, ohne hinterher nach Rauch zu stinken!Deswegen freute ich mich schon auf das Rauchverbot, das in NRW leider erst zum 1.8. eingeführt wird.Leider wurde die Freude schon wieder getrübt:Gestern Abend war ich in meinem Lieblingsweinlokal:Die beiden schönsten Räume sind nun Raucherräume, weil man die Tür schließen kann (was bis jetzt noch nicht passiert), der große, ungemütliche, laute Raum ist jetzt Nichtraucherraum, weil man durch ihn die Küche betritt! Das ist eine echte Verschlechterung! Ich werde die Diskussion mit der (rauchenden)Wirtin aufnehmen und allen Bekannten auch dazu raten,aber ich befürchte, hier ziehen die Nichtraucher wieder den Kürzeren.
zu con2: Die berühmte Eckkneipe in Besitzerhand,in der man die Hand vor Augen nicht sehen kann,habe ich nie betreten, weil ich wusste, das es mir dort nicht gefällt!Aber was machen jetzt die alten Männer dienstags und freitags morgens,wenn ihre Frauen auf dem Markt sind?
5. Januar 2008, 15:16
Da ich regelmäßig in Irland bin und die dortigen rauchfreien Verhältnisse
a) selber sehr geniesse
b) als total unproblematisch finde, weil einfach, klar, kompromisslos
schaue ich der Diskussion über die Zustände in Deutschland nur fassungslos zu. Es hat was von Mülltrennung und Feinstaubplakette. Gut, wer da noch Humor hat.
5. Januar 2008, 15:59
Wirtschaftliche Auswirkungen des Rauchverbots…
In Baden-Würtemberg, Niedersachsen und Hessen gilt das Rauchverbot in Kneipen und Gaststätten schon seit einigen Monaten. In der heutigen “FAZ” findet sich eine Reportage von Judith Lembke, die sich drei Monate nach der Einführung des Rauchverbo…
5. Januar 2008, 18:07
Das Argument mit den Krankenkassen gehört auf die contra Seie.
Raucher entlasten die Sozialsysteme, da Sie früher sterben.
5. Januar 2008, 19:52
So ‘ne Krebsbehandlung kostet ganz schön Geld – egal, ob sie erfolgreich ist oder nicht.
5. Januar 2008, 22:02
Nur zu Kontra-Punkt Nr. 4: Ich (und mindestens drei andere Bekannte) boykottieren schon seit mehreren Jahren sämtliche Raucherkneipen, was in meiner Gegend praktisch darauf hinausläuft, so gut wie keine Kneipe (und auch die meisten Restaurants) nicht mehr zu betreten. Das ist zwar schade, aber der einzige Weg. Und ich fände es übrigens ziemlich albern, jeden Abend ein Dutzend Kneipen zu betreten, bloß um dem Wirt zu sagen: “Wenn man bei dir nicht rauchen dürfte, wäre ich vielleicht dein Kunde!” Ich bleibe einfach stillschweigend weg.
Entweder sind die meisten anderen Leute deutlich inkonsequenter als ich, oder viele andere Nichtraucher verhalten sich ähnlich, nur dass die Wirte sie ebenfalls nie zu Gesicht bekommen und so nie von ihrer Existenz erfahren. Ob es eine solche große “Dunkelziffer” an Kneipenverweigerern gibt, die mit der Einführung des Rauchverbots nun den Lokalen wieder eine Chance geben (und damit die Einnahmeverluste durch boykottierende Raucher kompensieren helfen), wird erst die Zeit zeigen. Gefühlsmäßig würde ich jedoch sagen, dass die Zahl derer, die aufgrund der geänderten Situation jetzt häufiger mal abends weggehen, größer ist als viele denken. Insbesondere die Wirte unterschätzen diesen Personenkreis wohl massiv.
5. Januar 2008, 23:54
Klugscheiss:
Es heißt ‘gebe’, nicht ‘gäbe’. ‘Gäbe’ ist Vergangenheit. :)
Und nochmal was zu den Kosten:
http://www.spiegelfechter.com/.....ne-polemik
Disclaimer: Ja, ich bin auch Raucher. Schäm. :)
6. Januar 2008, 1:11
Jetzt haben Sie mich verwirrt.
dict.cc sagt aber, “gäbe” sei Konjunktiv II. Und den wollte ich auch benutzen.
6. Januar 2008, 13:04
Hmmm,
für mein Sprachgefühl wäre Konjunktiv I richtig gewesen, eben ein hypothetischer Zustand im Jetzt. Aber vielleicht liege ich ja damit auch falsch…
Germanist, anywhere?
6. Januar 2008, 13:15
Ja, hier.
Der Konjunktiv II wird ja auch “Irrealis” oder “Möglichkeitsform” genannt, Konjunktiv I ist hauptsächliche für die indirekte Rede da. (s.a. hier, hier oder hier)
6. Januar 2008, 22:34
Ich weiß nur, daß der Wirt der Kneipe, in der ich gestern Cocktails schlürfen wollte, die finanziellen Einbußen des voraussichtlichen Konsums mind. zweier Gäste erdulden mußte, die wegen des Qualms lieber nicht sitzen blieben: meine Freundin und ich.
6. Januar 2008, 23:03
@Lukas:
Hmmm, da hat mich mein Gefühl wohl übers Ohr gehauen. Ich hatte dabei mehr das Englishe und die Bildung der if-clauses im Kopf, da ist es ja mehr oder weniger so, wie ich das auzudrücken versucht habe. Das einem das Gefühl für eine Fremdsprache die Mutterspache kolportiert, ist ja ein ganz seltsames Phänomen.
Egal:
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil… :-D
7. Januar 2008, 10:41
mMn ist der Mitarbeiterschutz eigentlich schon ein Totschlagargument, sprich, gegen den kommen all die Kontraargumente eh nicht an.
Daher könnte ich damit leben, dass in rein inhabergeführten Kneipen rauchen erlaubt bliebe.
Vorige Woche war ich mal wieder in einer Kneipe, in der sie sogar einen Raucherbereich wieder in Nichtraucherbereich umgewandelt haben, da der andere Raucherraum nichtmal voll war (aber der Rest der Kneipe).
Ich gehöre zu den Nichtrauchern, die seit EInführung des Nichtraucherschutzes hier in Niedersachsen wieder deutlich öfter weggegangen sind.
Und btw, zur Rechnung, ob ein Raucher jetzt netto mehr kostet als durch früheres ableben spart, da gibt es auch unterschiedliche Statistiken, bzw. es kommt insb. darauf an, welche Folgekosten man mit reinnimmt.
8. Januar 2008, 11:27
“Das Letzte, was Deutschland braucht, sind aber noch mehr Vereinsmeier und organisierte Wichtigtuer. Das wird Ihnen jeder Finanzbeamte, der die verdammten Jahresrechnungsberichte kontrollieren muss, bestätigen.”
Das hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, ist aber kompletter Unsinn. Die meiste ehrenamtliche Tätigkeit in Deutschland findet in und durch Vereine statt. Die deutsche Vereinsstruktur bietet einen guten Rahmen, in dem man nahezu alles, was nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, prima organisieren kann. (Ich habe das natürlich mit Mitte 20 auch noch anders gesehen)