Flache Gebührenpartei

Von Lukas Heinser, 17. März 2007 1:03

Okay, ich seh’s ein: ich werd alt!

Mit der Frage konfrontiert, was „Flatrate-Parties“ seien, hätte ich noch zu Beginn der Woche die vage Vermutung geäußert, es handele sich um Netzwerktreffen (mhd. für LAN-Parties), bei denen die Teilnehmer nicht mehr in einem Raum sitzen, sondern über das Internet verbunden sind. Warum die so heißen sollten, weiß ich auch nicht, aber so hätte meine Antwort wohl gelautet.

Ich hätte natürlich unrecht gehabt und mich mal wieder als so 2002 geoutet. Wie wir heute alle wissen, sind „Flatrate-Parties“ das, was vor vielen Äonen noch „All You Can Drink“ geheißen hätte, also: einmal zahlen, den ganzen Abend trinken. Und um mich mit viel Schwung ins endgültige gesellschaftliche Aus zu reiten: ich wusste weder, dass diese Parties existieren, noch könnte ich mir einen Ort vorstellen, an dem sie stattfinden könnten. Aber es muss sie geben, denn sie sind der Grund, dass einige wildgewordene Politiker mal wieder die Verschärfung von Gesetzen fordern, deren simple Einhaltung schon mehr als ein Anfang wäre. Immerhin: diesmal soll nicht mündigen Bürgern vorgeschrieben werden, welche Freizeitaktivitäten sie mit ihrem Computer verbringen dürfen, diesmal geht es nur darum, Sechzehn- und Siebzehnjährige vom Alkoholkonsum fernzuhalten.

Doch bevor ich jetzt zur ganz großen Argumentation aushole und auf die vielen Einundzwanzigjährigen verweise, die sich in den USA beim ersten legalen Kontakt mit Alkohol ins Koma saufen, komme ich lieber wieder zum Eingangsthema zurück und frage ganz höflich nach: Gibt es solche „Flatrate-Parties“ eigentlich wirklich?

2 Kommentare

  1. Kathrin
    17. März 2007, 9:07

    Aber ja!
    Daran merkt man übrigens, welche Art von TV-Sendern du bevorzugst, wenn du denn überhaupt mal fernsiehst. Flatrate-Parties sind nämlich ein Thema des Unterschichtenfernsehens.

  2. Lukas
    17. März 2007, 15:12

    Die Studiengebühren schiessen in die Höhe, Lebenshaltungskosten tun es Ihnen gleich…
    Aber auch die geschröpfte Bildungselite will feiern. Wir bieten allen Studenten die Möglichkeit am 31.03. im DocksCLUB richtig abzufeiern und trotzdem den Geldbeutel zu schonen!

    Also die Veranstalter zählen sich selbst hoffentlich nicht zur Bildungselite.
    Aber vielleicht richtet sich die Veranstaltung an zukünftige Mediziner und Betriebswirte: die müssen natürlich schon früh an ihrem Alkoholproblem arbeiten.