musikalische Gefühlsduseligkeiten am Valentinstag

Von irish
Veröffentlicht: 16. Februar 2007 0:14

Passend zum vergangenen Valentinstag wollte ich doch meine Gedanken zum mit Abstand konsumreichsten Tag im Jahr loswerden… Derjenige, der sich diesen Tag ausgedacht hat, gehört erschossen! (Er hatte definitiv zu viel Geld und viel zu viel Kitsch im Sinn!)

Muss man denn ausgerechnet am 14.02. „Ich liebe dich“ sagen? Nein, bestimmt nicht… vor allem, wenn man es sonst nie sagt… oder besser noch, wenn man es täglich wie die Zeitansage wiederholt, ohne zu wissen, was man da eigentlich faselt… Gewohnheit ist Gewohnheit – für viele… Dann noch der Haufen Schrott, mit dem man bedroht wird: Gummibärchen in Penisform. Kamasutra Kartenspiele, Würfelspiele, die einem zeigen sollen, welche Stellung wohl am nächsten Beischlaf angebracht wäre, Plüsch-Ohrenschützer in Herzchenform… schief singende Blumenlieferanten, die das selbst zusammengezimmerte Gedicht vortragen, am besten am Arbeitsplatz… an so einem Tag, sollte man seine Liebe geniessen und nicht an Herzstillstand vor Peinlichkeit sterben. Ich finde, man sollte dann einfach die gemeinsame Zeit geniessen, ohne das ganze Brumborium drum rum… bloss da scheitert´s oft an der zwischenmenschlichen Kommunikation. Da kann man froh sein, dass es 1000de Songs gibt, die genau das ausdrücken, was einem so im Kopf rumschwirrt – man hat schliesslich Künstler, die für einen sprechen und man kann die besten Aussagen aufnehmen und es dem/der Liebsten schenken. Mesh sind 3 Jungs aus Bristol, die eben nicht nur alles rosa/rot sehen, sondern einen kritischen Blick für Zwischenmenschliches besitzen und ein Song, der mich durch den Valentinstag begleitet hat, war „It scares me“. So schön, hat noch nie jemand die Ängste und Gefühle in einigen Zeilen zusammengefasst, wie sie: – But you know
That I’m caught between the magic that you gave to me
And the fear that you might leave.
Because it scares me.
That you could break my heart again so easily
Don’t let us fall apart – Kritisch wird´s, wenn das Gegenüber, das Objekt der Begierde völlig auf´m Schlauch steht und nicht schnallt, worum es eigentlich geht. Aber auch darauf kennen Mesh eine Antwort. Feminin-Maskuline-Konversation sieht meistens so aus:
She say’s “One more? Just what you are scared of?”
He says “What for? – (What are you scared of? – Mesh)

In diesem Sinne, nur sprechenden Menschen kann geholfen werden !!!!

2 Kommentare

  1. Lukas
    16. Februar 2007, 11:19

    “Derjenige, der sich diesen Tag ausgedacht hat, gehört erschossen!”

    Da möchte ich doch deutlich von abraten. Immerhin begann die Geschichte des Violent Dienstags Valentinstags ja mit der Enthauptung des Valentin von Terni vor 1738 Jahren. Und wenn ich mir die beiden großen Floristenfeiertagen so anschaue, ist mir der Valentinstag deutlich sympathischer als der Muttertag, an dem zwischen 1938 und 1944 das Mutterkreuz verliehen wurde.

  2. irish
    18. Februar 2007, 0:36

    da stimme ich dir zu… ich sprach ja nur von der entwicklung des tages, nicht über den ursprung (davon hatte ich nämlich null ahnung *zugibt*). den muttertag finde ich jedenfalls angebrachter als den valentinstag… bin eben nicht so “romantisch” veranlagt.

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